Die Medien erinnerten sich des"Deutschen Herbstes"vor 30 Jahren und nutzten das Jubiläum, um die Verbindung von MfS und RAF zu untersuchen. Aus dem Umstand, daß die DDR sich seit 1980 um die Aussteiger kümmerte, wurde geschlossen, die Verbindung sei älteren Datums und unrühmlichen Charakters. Bekannt ist, daß die DDR ein knappes Dutzend ehemaliger Terroristen beherbergte. Damit wurde zugleich verhindert, daß sie wieder aktiv werden konnten. Insofern war dieser Akt eine gesamtdeutsche Befriedungsmaßnahme, von der die Bundesrepublik mehr profitierte als die DDR. Wie so manches andere auch wird nun dieser Teil der Geschichte neu"interpretiert". Inzwischen heißt es, das für die Betreuung der Aussteiger zuständige MfS habe seit Beginn der 70er Jahre von terroristischen Aktivitäten nicht nur Kenntnis gehabt, sondern diese direkt unterstützt. Robert Allertz hat mit ehemaligen Offizieren des MfS, die mit der Terrorismusabwehr und mit der Betreuung der Aussteiger befaßt waren, gesprochen. Aus ihren Auskünften und den vorliegenden Dokumenten geht anderes hervor als derzeit behauptet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2008
Detlef Kühn ordnet dieses Buch in die Reihe mehrerer Versuche ein, der "tschekistischen Arbeit" des MfS höhere moralische Weihen zu verleihen. Insofern kann er vor dem Buch nur warnen. Geschrieben sei es nicht wirklich von Robert Allertz, eher herausgegeben, stellt Kühn klar, eigentliche Autoren sind der frühere Vizeminister des Ministeriums für Staatssicherheit, Gerhard Neiber, und sein Mitarbeiter Gerhard Plomann. Neue Informationen hat der Rezensent trotzdem nicht gefunden, den Beweis für die Behauptung, die Bundesregierung habe von den RAF-Aussteigern in der DDR gewusst, hätte Kühn gern gesehen. Ansonsten bestritten Neiber und Plomann natürlich jegliche Unterstützung für den Terrorismus, auch wenn sie durchaus Verständnis zeigten für die Verzweiflung, die die Geknechteten im kapitalistischen System ergreifen müsse.
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