Richard Senti

WTO

System und Funktionsweise der Welthandelsordnung
Schulthess Verlag, Zürich 2000
ISBN 9783725540648
Gebunden, 728 Seiten, 120,15 EUR

Klappentext

In der Uruguay-Runde (1986­1993) hat das aus den vierziger Jahren stammende GATT eine materielle und formelle Neuausrichtung erfahren. Materiell, durch den Einbezug des Dienstleistungshandels und des geistigen Eigentums, formell, indem anstelle des provisorischen Handelsvertrags eine internationale Handelsorganisation trat. Die in der Uruguay-Runde geschaffene Welthandelsorganisation (WTO) besteht aus dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT), dem Allgemeinen Dienstleistungsabkommen (GATS) und dem Abkommen über die handelsbezogenen Aspekte des geistigen Eigentums (TRIPS), ergänzt durch Zusatzabkommen. Die vorliegende Veröffentlichung hat zum Ziel, die Struktur und die Funktionsweise der geltenden Welthandelsordnung aus ökonomischer und völkerrechtlicher Sicht darzustellen, zu analysieren und zu hinterfragen. Wie ist die WTO entstanden? Was enthält das Vertragswerk? Wann kommen die Vereinbarungen zur Anwendung? Welche Probleme stehen zurzeit an?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2000

Detmar Doering begrüßt es sehr, dass dieses "populär geschriebene" Buch des bereits 1995 verstorbenen Autors nun auch in deutscher Übersetzung vorliegt - auch wenn Rothbards "Geradlinigkeit deutsche Leser erschrecken dürfte". Denn der Autor vertritt die These, so Doering, dass der Staat das Monopol über das Geld nur an sich gezogen habe, um "zu betrügen und zu verfälschen". Um dies zu untermauern unternimmt der Autor, wie der Leser erfährt, einen Gang durch die amerikanischen Geldgeschichte, in der er aufzeigt, dass in der Geschichte des Staatsgeldes vor allem um "Schuldenmacherei, Inflation und schleichenden Sozialismus" geht. Rothbard erweist sich dabei als Verteidiger des Goldstandards, weil nur durch diesen "Geld international und zugleich entpolitisiert werden" könne. Nicht zuletzt weist Doering auf das Nachwort hin, in dem sich der Übersetzer Guido Hülsmann mit dem Thema "Euro" befasst - aus "Rothbardscher Sicht". Zentrale These ist, dass durch den Euro der staatliche Einfluss in der Geldpolitik zurückgehen würde. Auch in diesem Beitrag wird nach Doering Rothbards Hauptthese deutlich, nämlich dass sich die "Politik aus dem Geld heraushalten" solle.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.08.2000

Der Rezensent mit dem Kürzel "rg" begrüßt diese "gelungene" Studie nicht zuletzt deshalb, weil die WTO - seiner Ansicht nach in mehrfacher Hinsicht nicht zu Recht - in die Kritik geraten ist. Gerade deshalb sei eine sachliche Darstellung wie die hier besprochene überfällig. Dass der Autor sich weniger mit Details der "reinen Lehre" beschäftigt als vielmehr mit der "nüchternen Analyse der WTO-Abkommen und ihrer Implikationen" gehört für ihn zu der ausgemachten Stärke des Buchs. Dabei wird nach Ansicht des Rezensenten vor allem deutlich, wo die Vor- und Nachteile des WTO-Systems liegen, und dass es sich bei diesem System nicht um ein statisches Arrangement handelt, sondern um eine Institution, die sich in ihren Zielsetzungen stets wandelt. Zwar hätte sich der Rezensent einen noch stärkeren Blick in die Zukunft und einige Überlegungen zu nötigen Reformen gewünscht. Dennoch habe Sentis Studie das Zeug, zum "Standardwerk bzw. zum Nachschlagewerk".