In nur einem Jahrzehnt, von 1979 bis 1989, wurden dreiviertel aller Elefanten Kenias von gut organisierten Wildererbanden niedergemetzelt. Als Richard Leakey 1989 begann, den Kenya Wildlife Service aufzubauen, hatten marodierende Banden die Naturparks Kenias fest in ihrer Hand. Ihnen gegenüber standen schlecht ausgebildete, teilweise korrupte Wildhüter. Doch Leakey gelang es, aus ihnen eine motivierte, schlagkräftige Truppe zu formieren, das Handelsverbot für Elfenbein durchzusetzen und so den Erhalt des Afrikanischen Elefanten vorerst zu sichern. Seine Autobiografie erzählt die Geschichte dieses Engagements für die Naturschätze Afrikas, von seinen Siegen und Niederlagen und auch von dem Preis, den er dafür bezahlen musste: Bei einem Flugzeugabsturz verlor er beide Beine.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.09.2002
Als Chef der Tierschutzbehörde in Kenia leistete Richard Leakey unter schwierigsten Bedingungen hervorragende Arbeit, und machte aus dem maroden, korrupten Betrieb in kurzer Zeit eine moderne, effiziente Naturschutzbehörde, berichtet Rezensent Michael Bitala. Das Buch, das der Sohn des berühmten Anthropologenpaars Louis und Mary Leaky, nun geschrieben hat, findet Bitala enorm spannend. Dennoch zeigt er sich enttäuscht. Grund dafür ist, dass Leakey sich ganz auf die fünf Jahre seiner Zeit als Chef der Tierschutzbehörde in Kenia konzentriert. Dabei gehört gerade Leakys Zeit nach 1994 für Bitala zu seinen spannendsten und ungewöhnlichsten Lebensabschnitten: Nachdem Daniel arap Moi, despotischer Präsident Kenias, Leakey aus dem Amt befördert hatte, weil er die Korruption in den eigenen Reihen zu effektiv bekämpfte, engagierte sich Leakey in der Opposition, wo er von Moi mit harten Bandagen bekämpft wurde. Überraschenderweise ernannte ihn Moi 1999 in einer neuen Wendung zum zweitmächtigsten Mann im Land, und betraute ihn mit der Aufgabe, den völlig korrupten Staatsdienst aufzuräumen - ein aussichtsloses Unterfangen, weiß Bitala. Für "ziemlich bizarr" hält Bitala daher Leakys milde Beschreibung von Moi als "väterlichen Herrn, dem das Wohlergehen seines Landes dringlichste Aufgabe sei."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002
Diemut Klärner ist beeindruckt vom Lebenswerk Richard Leakeys, des ehemaligen Direktors der Naturschutzbehörde Kenias, der sich besonders für die Elefantenherden in den Nationalparks einsetzte. Fasziniert beschreibt Klärner den "rückhaltlosen Enthusiasmus" Leakeys, den auch ein Flugzeugabsturz nicht von seinem großen Engagement um die afrikanische Natur abhalten konnte. Dass seine jahrelangen Bemühungen um Naturschutz jetzt "sehr lebendig" nachzulesen sind, sei Virginia Morell zu verdanken, die mit "große Sympathie" in Notizen, Tagebüchern und Gesprächen die Lebensgeschichte Leakeys festgehalten habe.
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