Was Massenmedien berichten, weicht oft von den Ansichten und Eindrücken großer Teile der Bevölkerung ab - gerade, wenn es um brisante Geschehnisse geht. So entsteht häufig der Eindruck, die Massenmedien in Deutschland seien von der Regierung oder "dem Staat" manipuliert. Aber die heutige Selbstangleichung der Medien hat mit einer gelenkten Manipulation nichts zu tun - sie folgt anderen Mechanismen.In ihrem ersten gemeinsamen Buch analysieren die Bestseller-Autoren Richard David Precht und Harald Welzer die Mechanismen, die in diese Sackgasse führen: Wir müssen verstehen, wie unsere Demokratie nicht durch Willkür und Macht "von oben", sondern aus der Sphäre der Öffentlichkeit selbst unterspült wird - erst dann kann die "vierte Gewalt" ihrer Rolle wieder gerecht werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.09.2022
Rezensent Martin Benninghoff kann nicht alles falsch finden, was Richard David Precht und Harald Welzer in ihrer Attacke auf die Medien auffahren, aber auch nicht ganz richtig, nicht neu, aber trotzdem lesenswert, populistisch, aber auch bedenkenswert. So mühsam wie unentschieden hangelt sich Benninghoff in seiner ellenlangen Kritik von Absatz zu Absatz. Dass die beiden Medienprofis ihrerseits die gesamte Klaviatur der Selbstvermarktung beherrschen, bemerkt er, aber auch, dass sie durchaus zur Reflexion ihrer Erfahrungen in der Lage sind. Ernstzunehmende Argumente litten an unseriöser Zuspitzung. Für die FR möchte Benninghoff jedenfalls ausschließen, dass die Zeitung zu jenen aktivistischen Medien gehört, die Politik Precht und Welzer zufolge nicht mehr beurteile, sondern vor sich hertreibe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2022
Neu ist es nicht, was Richard David Precht und Harald Welzer in ihrem Buch erzählen, und auch ein bisschen pikant, weil die große Medienkritik hier gerade von zwei absoluten "Medienkünstlern" und -Profiteuren kommt, stellt Rezensent Cornelius Pollmer erstmal fest. Natürlich sei nicht falsch, was der "Fernsehphilosoph" Precht und der Soziologe Welzer in ihrem Buch ansprechen und kritisieren ( wenn auch vom Verlag unter wiederholter Verwendung des Begriffs "Selbstgleichschaltung" beworben, was der Kritiker schon ein bisschen anmaßend findet): eine Tendenz weg von der fundierten Information hin zur Unterhaltung, ein abnehmendes Vertrauen in die Medien, ein der Polarisierung verfallender Politikjournalismus, zählt Pollmer auf, aber das kennt man eben alles schon. Und auch, wenn ihm die behauptete Besorgnis dieser beiden "Ichlinge" auf die Nerven geht, will er die Kritik eigentlich nicht leichtfertig abtun. Trotzdem bleibt für ihn am Schluss die Frage stehen, ob eine Besinnung auf einen Qualitätsjournalismus, die hier eingefordert wird, überhaupt so viel bringen würde in einer "medial längst atomisierten Welt".
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…