Klappentext

Reyhan Sahin - besser bekannt als Lady Bitch Ray - verkörpert eine ebenso einzigartige wie aufregende Position im feministischen Diskurs: Als promovierte Linguistin, provokante Rapperin und alevitische Muslimin spricht sie über weibliche Sexualität, den Islam und Antirassismus wie keine andere. Denn sie kennt sich mit Diskriminierung aus: als Frau im wissenschaftlichen Universitätsbetrieb, als türkisch-muslimische Alevitin, als Rapperin in der männlich dominierten Hip Hop-Szene. Sie steht für einen neuen Feminismus, der sich der eindimensionalen Fixierung auf die weiße westliche Frau entgegenstellt und sich für Selbstermächtigung und Entscheidungsfreiheit für alle Menschen einsetzt. In einer Sprache, in der sich Ghettoslang und wissenschaftliche Analyse unverschämt nahekommen, zeigt sie, wo in Sachen Gleichberechtigung die großen Diskrepanzen liegen. Lady Bitch Ray engagiert sich für Frauensolidarität, bricht mit Sex-Tabus und macht deutlich, dass sich Kopftuch, Modebewusstsein und Feminismus keineswegs ausschließen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.10.2019

Rezensentin Miryam Schellbach warnt dringend davor, sich von der enormen Ladung Rapper-Rhetorik und porn-affiner Muskelschau nicht ablenken zu lassen, die Reyhan Sahin alias Lady Bitch Ray hier auffährt. Sahin ist promovierte Linguistin, betont die Rezensentin und empfiehlt "Yalla Feminismus" daher nicht nur als Manifest der Selbstermächtigung, sondern auch als feinsinnige Analyse des Identitätsdiskurs, als "Semiotik des Kopftuchs" und als feministische Geschichte des Deutsch-Raps.