Reinhard Engel

Schöne neue Wirtschaftswelt

Reportagen über Gewinner und Verlierer
Cover: Schöne neue Wirtschaftswelt
Czernin Verlag, Wien 2000
ISBN 9783707600445
Gebunden, 160 Seiten, 18,05 EUR

Klappentext

Österreich zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Und doch sind auch seine Bewohner in den letzten Jahren immer stärker mit den gewaltigen, oft brutalen Kräften der Wirtschaft konfrontiert worden. Grob eingeteilt könnte man sie Gewinner und Verlierer nennen: die erfolgreiche Managerin und den obdachlos gewordenen Arbeiter, den jungen internationalen Consultant und die Vierzigjährige ohne Ausbildung, den Aktienhändler und die Beislwirtin mit einer Haube. Reinhard Engel versucht herauszufinden, wie die Menschen mit dem rasanten ökonomischen Wandel zurechtkommen. Dem Autor gelingt es, Wirtschaft jenseits von Zahlen als dynamischen Prozess sichtbar zu machen. Reinhard Engel sucht an Orten, an die man nicht sofort denkt, nach dem Neuen abseits von Klischees und geläufigen Mustern, nach Österreich und seinen Bürgern in ihren Schwächen und Stärken. In einem Einleitungsessay wird die ökonomische Seite des Wandels im Überblick erläutert: die Internationalisierung der Wirtschaft, die weiterhin zunehmende Konzentration der großen Unternehmen, die Ostöffnung und die neuen, flachen Unternehmenshierarchien und flexiblen Einheiten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.02.2001

Der Rezensent Robert Jacobi ist sehr angetan von Reinhard Engels "detailreichen Kurzreportagen", mit denen es dem Autor gelänge, die "Kräfte, die das Wirtschaftsleben derart plötzlich und nachhaltig verändert haben", dem Verständnis des Lesers näher zu bringen. In seinen "einfühlsamen Porträts" zeige der Autor Menschen, die sich innerhalb eines rapide ändernden globalen Wirtschaftssystems neu orientieren mussten und zumeist eine neue Nische gefunden haben. Diese Reportagen, die sich jenseits der geschilderten österreichischen Verhältnisse nach Meinung des Rezensenten problemlos verallgemeinern lassen, legt der Rezensent besonders Menschen ans Herz, die gerade vor einem beruflichen Umbruch stehen. Denn die "Botschaft" des Buches lautet nach seiner Meinung: "Wer nicht träge und selbstzufrieden wird (...) kann den Weg zum persönlichen Erfolg finden." Soviel scheint sich gottlob ja dann doch nicht verändert zu haben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2001

Karen Horn zeigt sich recht angetan darüber, dass der Autor hier nicht in die derzeit vorherrschenden Klagen über die negativen Auswirkungen der Globalisierung und Kommerzialisierung einstimmt. Zwar stelle auch Engel fest, dass Firmen immer mehr Teilgebiete auslagern und sich dadurch das Berufsleben vieler Mitarbeiter entscheidend ändert. Doch sein Thema ist eigentlich ein nicht primär wirtschaftliches, wie Horn betont: Engel zeichne erfolgreiche und gescheiterte anonyme Lebensläufe, die von den Veränderungen in der Wirtschaft geprägt sind, etwa der eines Pflanzenschutztechnikers, der nun eine Plattform im Internet betreibt, oder auch der eines ehemaligen Druckers, der ins Obdachlosenmilieus abrutschte. Nach Horn lesen sich diese Texte wie "spannende Kurzreportagen", die aufzeigen, ob - und wenn ja: wie - sich Menschen auf die veränderten Bedingungen einstellen. Dabei gefällt ihr besonders, dass es Engel geglückt ist, diese Lebenswege "einfühlsam - aber nicht kitschig" in Worte zu fassen.
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