Kristof Magnusson

Arztroman

Roman
Cover: Arztroman
Antje Kunstmann Verlag, München 2014
ISBN 9783888979668
Kartoniert, 320 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Anita Cornelius ist Notärztin an einem großen Berliner Krankenhaus und liebt ihren Beruf. Sich auf unerwartete Situationen einzustellen, entspricht ihrem Temperament. Auch wenn es bei ihren Einsätzen nicht immer so aufregend zugeht, wie man sich das vorstellt. Anita ist das recht. Sie kann helfen. Und ab und zu sogar jemandem etwas Gutes tun. Adrian, ihr Exmann, ist Arzt am selben Krankenhaus. Sie haben sich erst vor kurzem in bestem Einvernehmen getrennt, und Lukas, ihr vierzehnjähriger Sohn, lebt bei seinem Vater und dessen neuer Freundin Heidi. Hätte Anita Adrian nicht zufällig bewusstlos auf der Krankenhaustoilette gefunden, zugedröhnt mit einem Narkosemittel, und hätte Heidi nicht dauernd diese flotten Sprüche losgelassen, dass jeder seines Glückes Schmied ist, dass Arme und Kranke oft genug selbst an ihrem Zustand schuld sind, dann könnte sich Anita weiter vormachen: alles ist in bester Ordnung. Ist es aber nicht. Weder privat noch beruflich.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.11.2014

"Leichte Lektüre" im besten Sinne kann Rezensentin Katharina Granzin mit Kristof Magnussons "Arztroman" empfehlen. Denn der Roman, der die Kritikerin ein wenig an die Serie "Emergency Room" erinnert, ist menschlich packend und vor allem intelligent gemacht, lobt Granzin. Und so folgt sie hier der Notfallmedizinerin Anita Cornelius, die atemlos von Notfall zu Notfall hetzt, einen kettenrauchenden Rentner aus seiner Gartenlaube befreit, eine "Hipster-Hypochonderin" betreut und gleichzeitig ihr chaotisches Leben mit Ex-Mann, gemeinsamem Sohn und Liebhaber zu ordnen versucht. Dieses Buch hat der Kritikerin ausgesprochen gut gefallen und so hofft sie auf weitere Folgen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.10.2014

Kristof Magnusson mag kein begnadeter Stilist sein, aber dafür ist er ein guter Erzähler und hat auch noch etwas zu sagen, und diese Vorzüge sind selten genug, findet Ursula März. In seinem "Arztroman" stehen also gelegentlich Formulierungen, die man lieber überliest, so die Rezensentin, was aber gar nicht so schwer falle, weil das Buch auch so genügend fesselt. Magnusson stellt gewissermaßen das Genre auf den Kopf: liefert das medizinische Milieu normalerweise nur die Rechtfertigung für sentimentale Dramen, ist es in seinem Roman gerade umgekehrt, erklärt März, das Privatleben seiner Protagonistin Anita gerät im Verhältnis zum akribisch recherchierten Mediziner-Alltag beinahe zur Nebensache. Auch durch "Realitätskenntnis und Realitätsfülle" kann sich ein Roman auszeichnen, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2014

Kristof Magnussons "Arztroman" ist ein optimistisches, menschenfreundliches Buch, dessen Protagonistin Anita, eine energiegeladene Notärztin, durch Neukölln und Kreuzberg flitzt und einen guten Blick für den Habitus ihrer Mitmenschen hat, berichtet Florian Kessler. Die Ballung des Alltäglichen macht aus dem Buch eine Art "Abenteuerroman in Zeitlupe", erklärt der Rezensent, und nur selten rutscht der Autor über die Grenze des Zuckrigen oder Abgeschmackten, wenn er Anita über die Unbill des Neoliberalismus oder der modernen Gesellschaft fluchen lässt. Seit seinem letzten Roman "Das war ich nicht" hat Magnusson als Autor einen echten Sprung gemacht, findet Kessler.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2014

Soll gelesen werden, wünscht sich Felicitas von Lovenberg für den neuen Roman von Kristof Magnusson, der halb in der Klinik, halb in der Patchworkfamilie spielt und Lovenberg höchstens durch seine Perfektion und Glätte Sorgen bereitet. Ansonsten macht der Autor alles richtig, findet die Rezensentin: bietet gut Recherchiertes aus dem Ärztealltag und einen reifen Stil. Am besten gefällt das Buch Lovenberg dennoch dort, wo Beruf und Privates von Magnussons Heldin im weißen Kittel aufeinanderprallen. Hier erhält der Text laut Rezensentin Komplexität und Spannung und wird auch mal komisch, was Lovenberg bei all den vorbildlich recherchierten Fakten und der Vollkommenheit der Protagonistin etwas zu vermissen scheint.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 16.08.2014

Tilman Krause vermisst in Kristof Magnussons "Arztroman" trotz aller ironischen Brechungen des Genres den gewohnten Biss des Autors. Obwohl seine Macher-Ärztin Anita schön einige geschlechtsspezifische Klischees aushebelt, und obwohl er den medizinischen Apparat hervorragend recherchiert hat, wirkt das Buch zu weich, erklärt der Rezensent, zu sehr personifiziert seine Protagonistin den hippen Berliner Gutmenschen, zu leicht lösen sich die sanften Konflikte in noch sanfteres Wohlgefallen auf, fasst Krause zusammen. Immerhin verschafft das Buch ganz nebenbei einen Einblick in die aktuellen Hochburgen der Berliner Partyszene, lobt der Rezensent.
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