Mit einem Nachwort von Peter Hamm. Regina Ullmann gehört zu den bedeutenden Schriftstellerinnen der Schweiz. Rainer Maria Rilke bewunderte sie und setzte sich energisch für das Werk dieser eigenwilligen Autorin ein. Ihre Prosa der fürsorglichen Beobachtung des Abseitigen, verbunden mit der Witterung für drohende Katastrophen und bildstarker Sinnlichkeit, wurde vielfach mit jener Robert Walsers verglichen. Ihr erster Band "Erzählungen" von 1921, der ihre berühmtesten enthält, ist hier originalgetreu wieder zugänglich.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2008
Kristina Maidt-Zinke schätzt an diesen ersten elf Erzählungen der fast vergessenen Schweizer Autorin Regina Ullmann, einer Zeitgenossin Rilkes, das Unzeitgemäße. So hermetisch die um Tod und Einsamkeit und Unscheinbares, aber auch um die Schönheit kreisenden Texte sein mögen, so unvergleichlich und irritierend findet die Rezensentin die hier waltende Sprache und Erzähllogik. Die der Autorin zugesprochene Gabe des zweiten Gesichts scheint Maidt-Zinke in der eigenen Wahrheit der Texte geborgen. Wer die Autorin noch nicht kennt, dem empfiehlt sie den Band mit seinem "einfühlsam" über Leben und Werk informierenden Nachwort.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.10.2007
Rezensentin Dorothea Diekmann zeigt sich fasziniert von den elf Erzählungen Regina Ullmanns, die ursprünglich 1912 entstanden und nun in einer Neuauflage erschienen sind. Die in St. Gallen geborene Jüdin, deren wichtigster Förderer ihr Freund Rainer Maria Rilke wurde, wuchs in München auf, kehrte gerade noch rechtzeitig in die schweizerische Heimat zurück, musste zwei uneheliche Kinder weggeben und litt unter materieller Not und politischer Verfolgung. Ihre Geschichten nehmen scheinbar Unwichtiges zum Anlass, und auch die Personen sind unauffällige oft vom Schicksal geschlagene Figuren - mitunter auch sie selbst, wie in einer Geschichte, in der sie als vermeintlich legasthenisches Kind ein Diktat perfekt abgab, um einen goldenen Stift zu gewinnen, der als Preis ausgeschrieben war. Die Rezensentin haben diese Erzählungen in einen "Schwebezustand" und in eine "unmittelbar spirituelle Welt" versetzt, die auch Zweifel von "kafka'scher Schärfe" zu integrieren imstande sind.
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