Rebecca Solnit

Wanderlust

Eine Geschichte des Gehens
Cover: Wanderlust
Matthes und Seitz, Berlin 2019
ISBN 9783957575630
Gebunden, 384 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Daniel Fastner. Dass wir gehen, scheint uns so selbstverständlich, dass wir oft vergessen, welch kultureller Reichtum, wie viel zu bergendes Glück in unserer alltäglichen Fortbewegungsart liegt. Mit ihrer kulturgeschichtlichen Expedition verfasst Rebecca Solnit eine Ode an das Gehen und macht sich auf Weg, um auf Demonstrationen, Pilgerreisen, Bergwanderungen, Stadterkundungen und auf dem Laufband dem Geheimnis des aufrechten Ganges auf die Spur zu kommen. Zu ihrer Reiselektüre gehören dabei sowohl antike Philosophen und romantische Naturschwärmer als auch umherschweifende Surrealisten und Bergsteigerberichte. Bald euphorisch, bald nachdenklich schärft sie so unser Bewusstsein für den menschengerechten Rhythmus des Gehens, in dem Körper und Geist mit der Außenwelt zusammenfinden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2019

Andreas Mayer findet Rebecca Solnits rund 20 Jahre alten Text etwas zu idealisierend, wenn die Autorin zivilisationskritisch gegen Laufbänder in Fitnessstudios, das Auto und effiziente Urbanität polemisiert und dagegen das Gehen als solitären Akt des Widerstands feiert. Den Leser assoziativ durch Kalifornien leitend, ruft die Autorin laut Mayer die üblichen Verdächtigen auf: Rousseau, Wordsworth, Thoreau, Benjamin, Baudelaire, Breton. Das Buch ist für Mayer weder fachhistorisch interessant noch bietet es ihm neue interpretatorische Ansätze zur Kultur des Gehens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.08.2019

Die feministische Kunsthistorikerin und Schriftstellerin Rebecca Solnit hat hier eine faszinierende Kultur- und Literaturgeschichte des Wanderns vorgelegt, staunt die beeindruckte Rezensentin Cathrin Kahlweit. Umfassend und anspruchsvoll beschreibe sie, wieso sie das Gehen als Mittel verstehe, "den Geist wach und lebendig zu halten", und wie es sich entwickelte, so die Kritikerin. Solnits Nachweise, dass das Wandern zur Emanzipationsgeschichte der Frau gehöre und dass es derzeit immer mehr als Landschaftstourismus kommerzialisiert werde, empfand die Rezensentin als besonders lesenswert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.07.2019

Sylvia Staude bekommt mit dem 20 Jahre alten Text der US-Kunsthistorikerin Rebecca Solnit Lust aufs Gehen. Der weite Bogen, den die Autorin spannt, das assoziationsreiche Erzählen vom aufrechten Gang, vom Landschaftstourismus im 18. Jahrhundert, vom Flanieren, Wettgehen, Pilgern und Laufbandlaufen hält Staude auf Trab. Politische und kulturelle Implikationen des Unterwegsseins zu Fuß und ihre Verschiebungen erschließt die Autorin ihr. Ein bisschen auch ein Requiem, stellt Staude im Zeitalter der E-Scooter traurig fest.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2019

Claudia Mäder empfiehlt Rebecca Solnits Buch als Wanderlektüre. Auch oder gerade die zwanzig Jahre, die Solnits Essay auf dem Buckel hat, machen es für Mäder zu einer erhellenden Lektüre, denn von einem Selbstfindungsratgeber hat das Buch so gar nichts, stellt die Rezensentin erleichtert fest. Solnits kulturhistorischer Ansatz bietet laut Mäder stattdessen assoziativ durch die Zeiten und Disziplinen springend Einsichten in die Entwicklung des Gehens vom bloßen Zweck zum ästhetischen und schließlich zum politischen Ereignis.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.07.2019

Großartig findet Susanne Billig das Buch der amerikanischen Essayistin Rebecca Solnit. Die Autorin erkundet den Zusammenhang zwischen Fortbewegung, namentlich zu Fuß, und Denken. Was sie dabei natur- und kulturgeschichtlich assoziativ und in weiten Bögen auf die Beine stellt, scheint Billig bemerkenswert. Von den antiken Peripatetikern bis zu heutigen Trekkingfanatikern reicht das ausgeschrittene Terrain, erklärt Billig, die das Buch für seine Reflexionen und Anekdoten (über Hobbes und Stuart Mill) schätzt und Wissenswertes erfährt über Pilgerwege, Denkrhythmen und die politischen Implikationen des Wanderns.

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