Raymond Queneau

Zazie in der Metro

2 CDs
speak low, Berlin 2007
ISBN 9783940018014
CD, 18,90 EUR

Klappentext

2 CDs, ca. 120 Minuten Laufzeit. Gelesen von Ulrich Matthes. Mit Musik von Christian Mevs und Martin Fekl. "Zazie in der Metro" ist eine Geschichte über Paris, über die Sprache des Alltags, eine Geschichte, die alles auf den Kopf stellt, sich über alles lustig macht, auch über sich selbst: Weil Madame Lalochere ungestörte Stunden mit ihrem Liebhaber verbringen will, übergibt sie ihre zehnjährige Tochter Zazie gleich bei der Ankunft in Paris der Obhut ihres Bruders Gabriel. Bei ihrem Onkel lernt die Göre Gabriels Frau Albertine kennen, den Taxifahrer Charles, Turandot, dem die Kneipe unten im Haus gehört, die Kellnerin Mado, den Papagei Laverdure und vor allem - Paris.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.10.2007

Die Rezensentin Irene Grüter macht zuallererst ihre generelle Skepsis gegenüber live mitgeschnittenen Hörbüchern prominenter Sprecher deutlich. Die von Ulrich Matthes gesprochene Interpretation von Raymond Queneaus Großstadtroman "Zazie in der Metro", der auch schon von Louis Malle verfilmt wurde, findet sie aber sehr gelungen. Die Atemlosigkeit, die Zazies Begegnung mit den unterschiedlichen Subkulturen der Stadt begleitet und der Wechsel zwischen den verschiedenen Sprachregistern und Sprechern bringe Matthes sehr gut zur Geltung. Ein bisschen "kurzatmig" klingt das zwar manchmal nach Grüters Meinung. Doch das ist ihrer Einschätzung nach vermutlich beabsichtigt bei einer Geschichte, die eine "konstante, fröhliche Überreizung" der Sinne sein will. Die Rezensentin freut sich schließlich doch, in diesem Buch den "überdrehten Klang der Stadtmaschine" zu hören.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.09.2007

An dem Livemitschnitt der Lesung von Raymond Queneaus "Zazie in der Metro" hat Tobias Lehmkuhl ganz offensichtlich seinen Spaß gehabt. Zunächst preist er überschwänglich die musikalische Untermalung von Christian Mevs und Martin Fekl, die dem ohnehin schon temporeichen Stück noch mehr Pepp verleiht, wie er findet. Und auch von der Vortragsart Ulrich Matthes', den er bisher als eher zurückhaltenden Vorleser kennen gelernt hat, ist Lehmkuhl positiv überrascht, denn der zieht hier alle seine schauspielerischen Register. Die kleine Zazie, zu Besuch bei ihrem als Tänzerin auftretenden Onkel Gabriel, lässt ihrem "Schandmaul" in dem 1959 erschienen Text freien Lauf, was die Übersetzerin Vera Teichmann grandios ins Deutsche gebracht hat, so Lehmkuhl hingerissen. Nur schade, dass der Text an einigen Stellen für diese Lesung allzu stark gekürzt worden ist, was der Geschichte noch mehr Tempo gibt, als sie sowieso schon hat, meint Lehmkuhl, der insgesamt, trotz einiger Ausrutscher in Matthes' Vortrag, die er aber der "Live-Situation" zurechnet, begeistert ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2007

Ulrich Matthes' nun als Hörbuch veröffentlichte Lesung von Raymond Queneaus berühmtestem Roman ist nicht im Studio entstanden, sondern der Mitschnitt einer Live-Veranstaltung im Deutschen Theater in Berlin. Dieser Tatsache verdankt, findet der Rezensent Joseph Hanimann, die Hörbuch-Version dieses quicklebendigen Romans aber gerade ihre ungewöhnliche Frische. Die Leistung des Schauspielers Matthes als Leser ist sowieso über alle Kritik erhaben, nie erliege er der Gefahr, das ganze zum "Ein-Mann-Hörspiel" zu verunstalten. Trotz leiser Einwände hier und da ist der Rezensent insgesamt auch mit der Kürzung des Romans einverstanden, die Musikeinlagen von Christian Mevs und Martin Fekl scheinen ihm überdies exquisit.
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