Randa Ghazy

Palästina

Träume zwischen den Fronten. (Ab 12 Jahre)
Cover: Palästina
Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2002
ISBN 9783473352425
Kartoniert, 214 Seiten, 9,95 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Nicola Bardola. Der Verlust ihrer Familien hat sie zusammengeführt. Eine Wohngemeinschaft junger Palästinenser in den besetzten Gebieten: Ualid will lieber Steine werfen, als zur Schule gehen. Ibrahim sucht im Koran nach einem Weg für einen Frieden in Gerechtigkeit. Riham und ihr Freund Nedal wünschen sich ein Kind. Mohammed versucht im Krankenhaus Leben zu retten, und Ramy will sich davonmachen, er hat sich in das israelische Mädchen Sarah verliebt. Ihr Alltag ist von Gewalt, Trauer und Wut geprägt. Aber die Erfahrung von Freundschaft, Solidarität und Liebe lässt die Jugendlichen von einer besseren Zukunft träumen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.03.2003

Gerda Wurzenberger weiß um das Problem, das Thema des Palästina-Konflikts europäischen Jugendlichen "schmackhaft zu machen". Besondere Schwierigkeit bereitet dabei die "Gratwanderung zwischen der latenten Langeweile politischer Korrektheit und parteiergreifender Rollenprosa". Die 16jährige Autorin Randa Ghazy wirbt in ihrem Buch um Verständnis "für die innere Zerrissenheit palästinensischer junger Männer zwischen Friedenssehnsucht und Rachegedanken", erklärt sie. Die "wortgewaltige", aber ein wenig "unbedarft" erzählte Geschichte, stieß vor allem in Frankreich und Deutschland auf Empörung, so Wurzenberger. Doch dem Vorwurf, das Buch verherrliche Selbstmordattentate, kann die Rezensentin nach der Lektüre nicht beipflichten. In Ghandys Werk dominiere eher die "Verzweiflung der Protagonisten über die allgemeine und auch eigene Gewaltbereitschaft". Auch der Vorwurf, die in Italien geborene und aufgewachsene Autorin könne sich nicht in das Leid der palästinensischen Bevölkerung hineinversetzen, findet Wurzenberger nicht gerechtfertigt. Gewiss ist das Buch im "Affekt und von eruptiver Rollenprosa" durchzogen geschrieben, aber durchaus nicht mit dem Anspruch der Objektivität, sondern "im Wissen um die Enge des Blickwinkels" Allein dem Verlag könne man konzeptuelle Schwächen und Lücken vorhalten.
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