Ralph Dutli

Nichts als Wunder

Essays über Poesie
Cover: Nichts als Wunder
Ammann Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783250300205
Gebunden, 260 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Was Poesie vermag, was sie kann und will, und vielleicht auch soll - dieser Frage geht Ralph Dutli in seinen Essays mit dem Wissen des Lyrikers, Gedichtübersetzers und Poesiekenners nach. Ob es um die provenzalischen Troubadours geht, eine französische Renaissance-Lyrikerin, die englischen "Metaphysical poets", die Surrealisten oder die russischen Dichter der Moderne - immer steht der magische Akt der Poesie im Mittelpunkt, das Sprache gewordene Wunder.
Ein "Poesie-Tagebuch" mit dem Titel "Der allerärmste Ort" versammelt Fundstücke, Reflexionen, Einkreisungen der Poesie, die sich immer wieder dem rationalen Zugriff entzieht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2007

Für eines der "wunderbarsten" Bücher über Lyrik aus der letzten Zeit hält Rezensent Martin Krumbholz die poetologischen Essays von Ralph Dutli, die er in einer Mehrfachbesprechung kurz aber nachdrücklich empfiehlt. So sei dort beispielweise die Frage, ob ein gutes Gedicht verständlich oder kryptisch sei, intelligent gelöst: Ein gutes Gedicht sei beides, meint Ralph Dutli, da es zwei Lesarten zulasse. Sehr erhellend findet Krumholz auch, wie Dutli dem Eros in der Poesie nachspürt und kann auch nur Dutlis These zustimmen, Auseinandersetzung mit Sprache sei immer eine Auseinandersetzung mit Weiblichkeit. Und als aufschlussreich lobt er schließlich, was Dutli zum kreativen Umgang des Übersetzers mit Lyrik zu sagen hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.10.2007

Ins Schwärmen gerät Rezensentin Kerstin Holm über vorliegende Essays und Notizen des Schweizer Lyrikers und Lyrikübersetzers Ralph Dutli. Vor allem Dutlis Texte über die französische Renaissance-Lyrikerin Louize Labe (1525 bis 1566), über Joseph Brodsky und über die russischen Dichter Mandelstam und Jessenin in der Sowjetunion Stalins haben sie fasziniert. Sie würdigt die philologische Subtiliät und das lyrischen Gespür, mit der sich Dutli deren Dichtungen nähert. Dabei bleibt das Credo des Autors, alle Lyrik brauche Grenzüberschreitung und sinnliche Lust, für Holm stets spürbar. Dessen "Essays über Poesie" erscheinen ihr wie ein einziges Hohelied auf eine von Autoritäten und Zwecken freien Poesie.