Er hat weder Handy noch Internet, und am liebsten sitzt er unter der alten Pappel in seinem Garten, lauscht der Natur und ist glücklich. Walter von Quant lebt seit dem frühen Tod seiner Frau Anna zurückgezogen auf dem Land. Das Weltgeschehen interessiert ihn nicht mehr, nur beim Friseur erfährt er ab und zu, was vor sich geht. Terror, Drogen, Fracking, Edward Snowden - irre und unheimlich kommt ihm vor, was er liest. Einmal im Jahr, an Annas Geburtstag, fährt er in die Stadt, um Freunde von früher zu treffen. Als er diesmal unterwegs ist, hilft er einer Frau, die im Regen gestürzt ist. Diese flüchtige Begegnung löst etwas in ihm aus, und als die Freunde davon hören, geben sie spontan eine Kontaktanzeige im Internet auf. Jemand antwortet tatsächlich - doch am Treffpunkt erscheint nicht die Frau aus dem Regen. Eine Geschichte über das unsichtbare Wirken der digitalen Welt und von ihrer Macht über das individuelle Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2016
Ralph Dohrmanns neuem Roman "Eine Art Paradies" kann Rezensent Tobias Döring leider gar nichts abgewinnen. Schade, denn Dohrmanns Debütroman, die großangelegte Saga "Kronhardt" hatte dem Kritiker ausgesprochen gut gefallen. Von deren Qualitäten ist hier aber nichts mehr zu finden, berichtet Döring: Bereits Bekanntes werde wenig ambitioniert wieder aufgewärmt und der "Zauber des Unzeitgemäßen", der den Vorgänger ausmachte, sei verflogen, klagt Döring. Zwar ist der Roman mit allerlei Dramatik vollgepackt, kaum einer der Handlungsstränge wird aber weiterverfolgt, fährt der Kritiker fort, dem auch die Botschaft dieses Buches - die digitale Moderne ist böse - ziemlich dünn erscheint.
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