Illegale Downloads, Egoshooter und Geheimnisverrat im Internet. Für manche steht die Welt Kopf. Die Digitalisierung betrifft die Lebenswirklichkeit von allen und verunsichert viele. Kai-Hinrich und Tim Renner sehen in ihr jedoch lediglich die Fortsetzung der Popkultur mit anderen Mitteln. Wer wie ein Großteil des Bildungsbürgertums Pop nicht verstanden hat, so ihr Credo, wird auch ratlos vor den Entwicklungen des Internetzeitalters stehen. Kai-Hinrich Renner ist Medienjournalist, sein Bruder Tim Medienunternehmer. Als Betroffene der so genannten digitalen Revolution nehmen sie ihren Lesern die Angst vor dem Online-Zeitalter und erklären, wohin die Reise geht. Anhand ihrer eigenen popkulturellen Sozialisation beschreiben sie, warum die Entwicklung logischerweise zur Kultur der Downloads und Blogs führen musste. Die Welt des digitalen Netzes verliert vor diesem Hintergrund ihre Unberechenbarkeit. Renner und Renner mahnen nicht, sondern zeigen Möglichkeiten auf. Denn: Digital ist besser.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2011
Nicht wirklich begeistern kann sich Jan Füchtjohann für Tim und Kai-Hinrich Renners Loblied auf das Internet. Dabei hat der Rezensent gar nichts gegen das Internet und auch nichts gegen die liberale Grundhaltung der Autoren. Nur: die Einsichten, die der Musikproduzent und sein Bruder, ein Journalist, hier zusammengetragen haben, sind in seinen Augen ein alter Hut. Die Autoren rennen damit "offene Türen" ein. Kapitel wie "Der Prosumer am Auslöser - Wie mit der digitalen Fotografie jeder zu seinem eigenen Andy Warhol werden kann" oder "Urheberrechtsverletzung - Wer ungefragt die Ideen anderer nutzt, kann Neues schaffen" liefern nach Ansicht von Füchtjohann keine neuen Erkenntnisse. Besonders nervig scheint ihm dabei, dass diese nicht-neuen Erkenntnisse, auch noch im "Wie-sag-ich's-meinem-Kinde-Modus" dargeboten werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.03.2011
Einen durchwachsenen Eindruck hat Tim und Kai-Hinrich Renners Buch "Digital ist besser" bei Rezensent Steffen Könau hinterlassen. Zum einen scheint ihm das Werk zwischen "possierlichem Erinnerungsbericht an wilde Jugendzeiten" und "Zustandsanalyse" zu irrlichtern. Zum anderen hält er das Bild der Multimedia-Revolution, das die Autoren in ihrer optimistisch gestimmten Internet-Apologie zeichnen, für "überdreht sonnig". Zwar findet er die Sicht des Internets bei Renner und Renner realistischer als den Alarmismus und die apokalyptischen Visionen von Netz-Kritikern. Wenn es aber um die Finanzierbarkeit der Mediendemokratie und um Geschäftsmodelle geht, bleiben die Autoren in seinen Augen allzu vage.
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