Amüsant und unterhaltsam hinterfragen die beiden Hirnforscher Ralph Dawirs und Gunther Moll die Top Ten der Erziehungsirrtümer. Sie zeigen, warum sich diese einfach gestrickten und oft falschen Regeln so hartnäckig halten können und setzen ihnen eine moderne, entspannte Erziehung ohne dogmatische Zwänge entgegen. "Iss deinen Teller leer!", "Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst ...", "Computer sind gefährlich.", "Nur die Leistung zählt." ... Alte Sprüche von gestern? Leider nein! Viele Kinder müssen sich diese Sätze heute noch anhören, obwohl längst erwiesen ist, dass sie nicht weiterhelfen. Denn wie ein erzieherischer Bodensatz werden solche Erziehungsfallen unbewusst weitervererbt. Das macht es auch heutigen Eltern schwer, ihnen zu entgehen. D
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010
Der größte aller Erziehungsirrtümer, den die Autoren dieses Buches nennen, besteht im Wunsch nach möglichst viel Erziehung. Die "konservative" Grundhaltung, für die die Rezensentin Uta Rasche das Buch ausdrücklich lobt, zeigt sich im Glauben der Verfasser an die herausragende Bedeutung eines Umfelds, das Liebe und Anregung zu geben versteht. In der Krippe fehle es notgedrungen an ersterem sehr. Ein weiterer Fehler: die Überlastung der Kinder mit Förderversuchen - bis zum sechsten Lebensjahr reiche es völlig, die Welterkundungsversuche der Kleinen nicht zu stark zu regulieren und ihr Leben nicht mit überanstrengten Bildungsversuchen einzuengen. Ausdrücklich lobt Rasche ein Kapitel über die Wichtigkeit des "Humors", sie ist aber insgesamt mit dem ganzen Band außerordentlich einverstanden.
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