In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Demokratie in einer beispiellosen Weise ausgehöhlt. Demokratie wurde durch die Illusion von Demokratie ersetzt, die freie öffentliche Debatte durch ein Meinungs- und Empörungsmanagement, das Leitideal des mündigen Bürgers durch das des politisch apathischen Konsumenten. Wahlen spielen mittlerweile für grundlegende politische Fragen praktisch keine Rolle mehr. Die wichtigen politischen Entscheidungen werden von politisch-ökonomischen Gruppierungen getroffen, die weder demokratisch legitimiert noch demokratisch rechenschaftspflichtig sind. Die destruktiven ökologischen, sozialen und psychischen Folgen dieser Form der Elitenherrschaft bedrohen immer mehr unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.11.2018
Tanjev Schultz vernimmt nur krude Bescheidwisserei aus Rainer Mausfelds Buch. Die von Mausfeld kritisierten Manipulationen des Neoliberalismus kann er nicht erkennen, ebensowenig die vom Autor verdammte Lug-und-Trug-Presse. Da muss Mausfeld den Kopf ganz schön tief in den Sand gesteckt haben, ahnt Schultz. Außer schematische, wohlfeile, nicht sehr originelle Wahrheiten über das Völkerrecht als Instrument der Machtpolitik bekommt der Rezensent einen halbseidenen Mix aus Adorno und Chomsky. Ein Buch für linke Wutbürger, findet er.
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