Was ist los mit Deutschlands Eliten? Sie agieren planlos und ohne gesellschaftliche Nachhaltigkeit, untereinander sind sie nicht kooperativ. Selbstüberschätzung und Selbstgefälligkeit, Überheblichkeit und Eigennutz sind ihre herausragenden Eigenschaften. Mit Recht nehmen heute Zweifel an der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung der Eliten zu, ein großes Führungsdefizit ist offenbar: Es mangelt an Autorität und Kompetenz, Verantwortung und Vorbild, vor allem an Moral. Was bedeutet das für die politische Kultur des Landes und welche Gefahr birgt das für die Integrationsfähigkeit unserer Gesellschaft?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2008
Ziemlich harsch geht Rezensent Andreas Platthaus mit Heinz Verfürths kritischem Blick auf die deutschen Eliten ins Gericht. Nicht weil er glaubte, da gäbe es nichts zu kritisieren. Im Gegenteil. Allerdings ärgert ihn, wie der Autor das macht. Das Buch scheint ihm nämlich außerordentlich schludrig gearbeitet, voll von Fehlern und Stilblüten. Zudem stellt er einen Mangel an gedanklicher Substanz fest. So bietet das Buch eine riesige Sammlung von skeptischen Zitaten und Stimmen zur Elite, aber eigene Gedanken, eine eigene Stimme sucht Platthaus fast vergeblich. Wo er sie findet, wirken sie auf ihn "banal oder zweifelhaft". Außerdem hält er Verfürth vor, Standpunkte von prononcierten Stimmen wie Habermas, Süßmuth oder Glotz unhinterfragt zu übernehmen. Wirklich Aufschlussreiches hat Platthaus über die arroganten Eliten von Verführth nicht erfahren. Sein Fazit über das Buch: "An Dreistigkeit steht dieser Versuch der Gewinnerzielung auf Liechtensteiner Art nicht nach; er ist lediglich legal."
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