Die Welt ist aus den Fugen geraten. Innerhalb der westlichen Demokratien findet eine Polarisierung und Radikalisierung statt, die noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien. Henrik Müller sucht in diesem Buch nach Ursachen und Folgen der globalen Verunsicherung. Anhand aktueller politischer Debatten macht er deutlich, dass Entscheidungen zunehmend öffentlich und unter großem Druck fallen. Und dass die rasante Beschleunigung politischer Prozesse eine Gefahr für Wirtschaft und Gesellschaft ist. Dabei greift er auf eigene Forschungsergebnisse zurück und bietet auch Lösungen an. Denn schließlich geht es darum, die Empörungsspirale zu durchbrechen und gleichzeitig die Freiheit des öffentlichen Wortes zu retten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2020
Frank Decker wird nicht froh mit Henrik Müllers Anlauf gegen den vermeintlich demokratiegefährdenden Empörungswettbewerb in den digitalen Medien. Dazu muss er gar nicht mal die gegenwärtige Lage bemühen, die, so meint er, Müllers These von den strukturellen Mängeln der Demokratie widerlegt. Müllers Darstellung, die laut Decker auf "anekdotischer Evidenz" und eigenen Studien gründet, kann die politischen Folgen "permanenter Empörung" dem Rezensenten nicht überzeugend vermitteln. Und Müllers Vorschläge für einen besseren öffentlichen Diskurs findet Decker eher wohlfeil.
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