Rainer Hermann

Arabisches Beben

Die wahren Gründe der Krise im Nahen Osten
Cover: Arabisches Beben
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2018
ISBN 9783608962116
Paperback, 378 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Rainer Hermann erklärt die wahren Ursachen der anhaltenden Konflikte. Deutlich benennt er die globalen Erfordernisse, denen wir uns stellen müssen: Versagen der staatlichen Strukturen, demographisches Wachstum und die zerfallenden Volkswirtschaften. Die Konflikte und Kriege im Nahen Osten sind keine vorübergehende Episode, sie werden uns noch lange beschäftigen. Die postkolonialen Nationalstaaten sind gescheitert, Gesellschaften brechen auseinander. Rainer Hermann zeigt, warum eine Rückkehr zur alten Ordnung nach dem Arabischen Frühling nicht möglich war und uns noch Jahrzehnte von Kriegen bevorstehen.
Wir alle haben die eigentlichen Herausforderungen der Zukunft noch nicht benannt: Erst wenn die Menschen und die Nationen ihre konfliktbeladene Suche nach ihrer Identität abschließen und es eine neue verlässliche politische Kultur gibt, die nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung von Teilhabe ausschließt, wird es stabile Staaten geben. Das demographische Wachstum, dysfunktionale Volkswirtschaften und gravierende Umweltprobleme gefährden jedoch jede Entwicklung. Daher wird der Flüchtlingsstrom zu uns anhalten. Sollte die Integration nicht gelingen, wird ein Zusammenstoß zwischen der Mehrheitsgesellschaft und der muslimischen Minderheit unvermeidlich sein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2018

Dass der "große Knall" in der arabischen Welt nur noch eine Frage der Zeit ist, liest Rezensent Jan Kuhlmann in dieser seiner Meinung nach ebenso klugen wie kenntnisreichen Analyse Rainer Hermann. Dass die unzähligen Konflikte in der Region und deren unterschiedliche Ursachen bis zur Herrschaft der Osmanen im sechzehnten Jahrhundert zurückgehen, kann der ehemalige Nahost-Korrespondent und heutige Politikredakteur der FAZ dem Kritiker überzeugend darlegen. Hermanns Vergleich mit den historischen Prozessen der letzten Jahrhunderte in Europa findet Kuhlmann indes "gewagt": Parallelen etwa zum Dreißigjährigen Krieg oder zum Westfälischen Frieden verwässern die Unterschiede der jeweiligen Entwicklungen, meint der Kritiker, der auch die mit dieser These einhergehende Vorbildrolle Europas nicht ganz passend findet. Wie insbesondere die Konkurrenz zwischen Iran und Saudi-Arabien die Konflikte in der Region befeuern, liest Kuhlmann außerdem in dem bisher nur englischsprachig erschienenen Buch "Quicksilver War" des neuseeländischen Politikwissenschaftlers William Harris.

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