Radka Denemarkova

Ein herrlicher Flecken Erde

Roman
Cover: Ein herrlicher Flecken Erde
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2009
ISBN 9783421044044
Gebunden, 294 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Tschechischen von Eva Profousova. Gita will nur nach Hause, sich unter der warmen, weichen Zudecke verkriechen, den geliebten Geruch der Villa in sich aufnehmen. Doch die Realität sieht anders aus, als die Sechzehnjährige 1945 aus dem Konzentrationslager zurück in ihr Heimatdorf, das tschechische Puklice, kommt. Der Familienbesitz wurde konfisziert, Fremde leben jetzt dort, und die Deutschsprachige wird als Staatsfeindin verjagt. Erst sechzig Jahre später kehrt Gita zurück, um die Familie zu rehabilitieren. Und wieder schlägt ihr als ehemalige Großgrundbesitzerin der Hass der Dorfbewohner entgegen. Doch längst ist für Gita Weiterleben zur Kampfansage gegen Gewalt und Lüge geworden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2010

Ein beeindruckter Peter Demetz stellt Radka Denemarkovas zweiten, bereits mit dem renommierten tschechischen Literaturpreis Magnesia Litera ausgezeichneten Roman "Ein herrlicher Flecken Erde" vor. Die Autorin bewegt sich in ihrer Geschichte um die junge, aus dem Konzentrationslager in ihr böhmisches Dorf zurückkehrende Gita, die, einst von den Dorfbewohnern verjagt, nach 60 Jahren wiederkommt und abermals auf Hass und Ablehnung stößt, abseits von eindeutigen Antworten auf Fragen nach "Schuld und Unschuld", stellt der Rezensent gefesselt fest. Denemarkova fordere ihren Lesern mit wechselnden Erzählebenen und ihrer originellen Sprache, mit der sie ein besonderes Augenmerk auf die sinnlichen Wahrnehmungen ihrer Protagonisten lege, einiges an Lektüremühen und Konzentration ab, so Demetz. Mit ihrem Buch ist ihr in seinen Augen viel mehr als nur ein "politischer Roman" gelungen, der, inhaltlich und stilistisch provokant, nicht in konventionellen Urteilen stecken bleibt und sich unerschrocken auf die Suche nach der "Wahrheit über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit" macht, so der Rezensent fasziniert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.12.2009

Alena Wagnerova hat größten Respekt davor, mit welcher Kraft und Passion sich die tschechische Autorin eines Tabuthemas angenommen hat. In ihrem Roman, für den sie den wichtigsten tschechischen Literaturpreis, den Magnesia Litera, bekommen hat, erzählt sie von der jüdischen  Geza, die als junges Mädchen, 1945 gerade dem KZ entronnen, ihren Gutshof im tschechischen Dorf Puklice wieder beziehen will und von den Dorfbewohnern zur Deutschen abgestempelt und fast umgebracht wird. 2005 kehrt sie zurück und erfährt die gleiche Ablehnung durch die schuldverstrickten Bewohner, fasst die Rezensentin das beklemmende Geschehen zusammen. Die Autorin, lässt Wagnerova uns wissen, versteht sich eher als"Schmerz" denn Therapie, und weil sie diesen Schmerz mit ihrem Buch nicht nur evoziert, sondern sich ihm auch selbst auszusetzen scheint, trifft sie auf große Sympathie bei Wagnerova. Nicht zuletzt deshalb fällt es ihr leicht, auch über manche Schwäche des Romans in Konstruktion, Figurenzeichnung oder Dialogen hinwegzusehen.
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