Radek Knapp

Herrn Kukas Empfehlungen

Roman
Cover: Herrn Kukas Empfehlungen
Piper Verlag, München 1999
ISBN 9783492041461
gebunden, 252 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Radek Knapp erzählt in einem Schelmenroman von Waldemar, dem Tunichtgut und Frauenhelden in spe, der sich im einzigen Bus des preiswertesten polnischen Reiseunternehmens auf den Weg in den goldenen Westen macht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

"Tumbe Toren" wandeln nach Thomas Wirtz durch diesen Roman - schon in seinem Erzählungsband "Franio" habe Knapp ja das vom Kapitalismus noch unberührte Polen in skurriler Weise gefeiert. Auch Knapps neuem Roman kann Wirtz einiges abgewinnen. Eine Art polnischer Parzival ziehe nun in den Westen und erlebe seine Abenteuer. Knapps Erzählton werde hier satirisch, allerdings habe sein Witz nun auch etwas "von der westlichen Kurzatmigkeit angenommen". Trotzdem: Auch die Klischees findet Wirtz bei Knapp sympathisch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

Thomas Kraft hält den in Wien lebenden polnischen Autor Radek Knapp schlichtweg für einen "begnadeten Humoristen": "Schelmisch schummelt er sich durch Gags und Kalauer, hier eine Giftspritze, da ein Seithieb, geschickt drosselt und erhöht er das Tempo, um seine Leser bei der Stange zu halten", schreibt Kraft. Mit Klischees über Polen spielt der Autor nach Krafts Meinung genauso leichtfüßig wie er treffsicher gegen das Schienbein aller Berufswiener tritt. Krafts Urteilsvermögen möchte man in dieser Hinsicht gern trauen, denn seine Rezension liest sich auch ziemlich kurzweilig.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999

Wolfgang Werth hat sich bei der Lektüre dieses Romans und der Geschichte des "polnischen Simplicissimus" offensichtlich glänzend amüsiert. Wenn er auch der Ansicht ist, dass die Erfahrungen, die Waldi im Westen macht, während eines Kurzaufenthaltes wohl kaum wirklich möglich sind und überdies Waldi gelegentlich zu übertriebenen Vergleichen neigt, so weiss er doch die Phantasie des Autors zu schätzen. Werth vermutet, dass Knapps Erfahrungen als Würstchenverkäufer und Saunaaufgiesser, mit denen Knapp einst sein Philosophiestudium finanziert hat, den Fundus bilden an Kenntnissen über die "sozialen Niederungen und Grauzonen", aus denen der Autor hier schöpfen kann.
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