Qiu Miaojin

Aufzeichnungen eines Krokodils

Roman
Cover: Aufzeichnungen eines Krokodils
Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach/Taunus 2020
ISBN 9783897414419
Kartoniert, 320 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Chinesischen von Martina Hasse. Die Studentin Lazi liebt Frauen. Das ist unerhört im Taiwan der 1980er-Jahre: Eine queere Szene erwacht, und das an der Elite-Uni in Taipeh! Nun, wo das Kriegsrecht aufgehoben ist, bricht die Jugend auf. Aber wie geht Freiheit? Lazis Liebe zu der älteren Shui Ling wird zur Obsession. Als Grenzen überschritten sind, flüchtet sich Lazi in eine Clique schillernder Außenseiter, doch auch die kämpfen mit sich und dem Leben. Und dann ist da noch ein Krokodil, das sich als Mensch tarnt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.07.2020

Rezensentin Katharina Borchardt bedauert, dass Martina Hasses Übersetzung von Qiu Miaojin Debütroman aus dem Jahr 1994 nicht die Güte besitzt, den Text für uns interessant zu erhalten. So bleibt für die Rezensentin kaum mehr als ein literaturhistorisches Interesse an diesem "modernen LGBT-KLassiker" aus Taiwan. Von der einstigen Sprengkraft der Geschichte um eine lesbische Studentin und ihre Freunde in Taipeh ist laut Borchardt leider nicht viel übrig. Das emotionale Auf und Ab im Text ermüdet die Rezensentin schließlich. Zu selten arbeitet die Übersetzung den grimmigen Witz des Originals pointiert heraus, findet sie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2020

Für Christian Metz öffnet der Roman von Qiu Miaojin aus dem Jahr 1994 Denk- und Gefühlsräume. Dass der Text in Taiwan erschien, ist wichtig, weil die im Buch ausbuchstabierten vielfältigen homosexuellen Beziehungen dort zu jener Zeit strafbar waren, lässt Metz uns wissen. Zum Kultbuch avancierte der Roman laut Metz nicht zuletzt wegen seiner quecksilbrigen Heldin, die aus ihrem Liebesleben berichtet, und wegen Miaojins empathischer Schilderung von Intimität, die laut Metz Anleihen aus dem französischen Film und aus der Liebestheorie verarbeitet. In der Übersetzung von Martina Hasse mit ihrem Jugendslang ist das Buch für Metz ein umso größerer Genuss.
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