Kampfjets über Taiwan, Kriegsschiffe in japanischen Gewässern, Militärbasen auf den Spratly-Inseln. China will sein Territorium im Ost- und Südchinesischen Meer ausweiten. Dabei ist besonders der Anspruch auf Taiwan explosiv, das China nicht als souveränen Staat anerkennt. Doch hinter Taiwan stehen die USA. Der aktuelle Konflikt um Inseln und Riffe vor Chinas Küste wird im Westen oft vernachlässigt. Doch dahinter stehen handfeste Territorialkonflikte mit einer Reihe von Staaten wie Japan, Südkorea oder Vietnam. Die Region ist ein Pulverfass, bei dem eine einzelne Provokation schnell in einen internationalen Konflikt führen kann. Besonders Taiwan ist China ein Dorn im Auge: Unabhängig, demokratisch und westlich, historisch aber Teil von China. Taiwan führt der Welt vor Augen, dass es zu der Diktatur in China eine demokratische Alternative gibt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2022
Rezensent Michael Radunski bedauert den alarmistischen Ton im Buch des China-Kenners Alexander Görlach. Dass der Autor bei seiner kenntnisreichen Warnung vor chinesischen Expansionsgelüsten keine möglichen alternativen Zukunftsszenarien kennt, sondern stur auf die innere Aggressivität Chinas und seine expansive Außenpolitik verweist, scheint Radunski zu kurz gedacht. Immerhin gibt es noch die USA, meint er. Einen stringenten Überblick über den gesellschaftspolitischen Zustand Chinas und den wichtigen Rat, China ernst zu nehmen, bekommt der Leser jedoch auf alle Fälle, so Radunski.
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