Aus dem Italienischen von Barbara Picht, Robert Picht und Heinz Riedt. Eines der bedeutendsten Zeugnisse des Holocaust ist Primo Levis "Ist das ein Mensch?", in dem er von seinem Jahr in Auschwitz erzählt. Gerade weil Levi in seiner Autobiografie die Welt des Vernichtungslagers mit dem kühlen Blick des Naturwissenschaftlers sieht, tritt der alltägliche Horror umso deutlicher hervor. Zusammen mit der Fortsetzung "Die Atempause", dem Bericht über Levis abenteuerliche Rückkehr nach Italien, liegt das Werk nun nach fünfzig Jahren als Neuausgabe mit einem ausführlichen Kommentar zu Entstehungsgeschichte und Rezeption vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.12.2011
Viel Neues hat Rezensentin Franziska Augstein über diese beiden berühmten Bücher Levis nicht zu sagen. Hanser hat sie in einem schönen und teuren Band neu herausgebracht. Die Übersetzungen wurden durchgesehen und verbessert - und Augstein nennt sie "erstklassig". Außerdem kommen ein paar Anmerkungen Levis hinzu. Augstein nutzt die neuerliche Lektüre, um noch ein paar ihrer Gedanken zu den Büchern anzuknüpfen. Für sie richtet sich vor allem "Ist das ein Mensch?" in erster Linie an die Deutschen, deren Entmenschlichung Levi habe verstehen wollen. Zuerst kamen keine Reaktionen auf das Buch (auch aus Italien übrigens nicht), und die Reaktionen, die kamen, als Levis bekannter wurde, konnten ihn nicht befriedigen. So könnte sein späterer Selbstmord, vermutet Augstein, auch in dem Scheitern von Levis ursprünglich durchaus optimistischem Vorhaben begründet sein.
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