Aus dem Niederländischen von Ulrich Faure. Diese fiktive Autobiografie J.D. Salingers kombiniert Fakten und Fiktion, um ein faszinierendes Rätsel, einen Roman und ein Porträt einer Ära zu schaffen. J.D. Salinger ist einer der großen Unbekannten der Literatur, über sein Leben hat er selbst nicht viel preisgegeben und absichtlich falsche Fährten gelegt. Piet de Moor nähert sich ihm in seinem Roman, indem er ihn selbst zu Wort kommen und von seinem Leben erzählen lässt. Im Zentrum dieses Lebensberichts an der Grenze zwischen Fiktion und faktischer Biografie steht vor allem Salingers Zeit während des Zweiten Weltkriegs und kurz danach. Als junger Mann nahm er an der Landung der Alliierten in der Normandie teil, nach der Schlacht am Hürtgenwald und der deutschen Kapitulation kam er als Geheimdienstoffizier ins fränkische Gunzenhausen. Neben dem Nachdenken über sein bisheriges Leben, über seine Liebschaften, berichtet dieser fiktive Salinger auch von seinem Leben in der Kleinstadt, von den Deutschen und ihren Ausflüchten in den Verhören, vermittelt über Treffen mit Victor Klemperer, Erich Kästner oder Stefan Heym und "Papa Hemingway" über den Stand der Kultur in dieser Stunde Null - ein lebhaftes Bild einer deutschen Kleinstadt in dieser Zeit. Sein eigenes Manuskript, das später der "Fänger im Roggen" werden sollte, hat Salinger auch im Gepäck, ebenso wie seine Schreibmaschine. Angetrieben vom Wunsch, zu überleben, versucht er, seinen Roman zu vollenden.
Rezensent Jochen Schimmang scheint nicht immer glücklich mit Piet de Moors Roman über den Schriftsteller J. D. Salinger. Die Idee, Salinger im Roman seine Autobiografie schreiben zu lassen, kommt bei Schimmang allerdings gut an. Der Leser erfährt so laut Rezensent Wissenswertes etwa über Salingers Zeit als Nachrichtenoffizier in Deutschland im und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Etwas ermüdend findet Schimmang das Namedroping. Wen, von Erich Kästner bis Victor Klemperer, Salinger alles getroffen hat, scheint ihm nicht so brennend interressant. Und wenn de Moor über Sex schreibt, muss Schimmang sich ein bisschen fremdschämen. Insgesamt aber hat er das Buch gern gelesen.
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