Die feine Küche hat stets die Politik begleitet und war hierbei nicht nur Beiwerk, sondern auch eng mit ihr verknüpft. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht eine Fülle unterschiedlicher Fragestellungen, welche beispielsweise folgende Aspekte des Themas "Politik und Kulinarik" umfassen: Was haben Speiserituale mit Diplomatie und Politik zu tun? Wie entstand die eine oder andere Nationalküche? Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus den Ess- und Trinkgewohnheiten einer historischen Persönlichkeit im Bezug auf ihr politisches Handeln ableiten? Was verbirgt sich hinter einer "politisch korrekten" Speiseeinnahme?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.12.2013
Nadia Pantel weiß um die Beliebigkeit der Beiträge in Festschriften. Daher stört sie sich nicht weiter daran, dass in diesem Sammelband zu Ehren des Politikwissenschaftlers Jakob Rösel eher ein Mix aus Anekdoten zur Kulinarik zu finden ist, denn eine stringente Geschichte der Kulinarik. Hilfreich bei der milden Beurteilung des Bandes scheint für Pantel der Verzicht auf das übliche Essensvokabular zu sein (kein Schnabulieren, kein Naschen etc.) und der Informationswert von Beiträgen, die etwa die ideologische Dimension von Lieblingsgerichten auslotet, so bei der Frage, warum de Gaulle gerne Blutsuppe aß, Chirac fettes Fleisch und Sarkozy am liebsten Fastfood. Ausflüge in die Geschichte von Nationalgerichten und zu Hummus-Konflikten und Harttrinkern bei Hofe findet die Rezensentin ebenso lehrreich wie unterhaltsam.
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