Aus dem Englischen von Martina Tichy. Es war einmal mehr braucht es nicht und schon geht es los! Philip Pullman bringt das Herz der Grimm'schen Märchen zum Schlagen. Der britische Bestsellerautor leiht den Märchen seine Stimme und teilt mit uns nicht nur seine Begeisterung für das Grimm sche Werk, sondern offenbart darüber hinaus ein Wissen über dessen Entstehung und Hintergründe, das zusammen mit den einmaligen Skulpturen des australischen Ausnahmekünstlers Shaun Tan einen unwiderstehlichen Märchenkosmos schafft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013
Rezensent Tilman Spreckelsen trifft den Autor in Oxford und sucht die Gründe, die Philip Pullman bewogen haben, eine Auswahl der Grimmschen Märchen in nacherzählter Form vorzulegen. Als nun herausgebrachte "Rückübersetzung" ins Deutsche eine heikle Sache, findet der Rezensent. Umso erstaunter zeigt er sich, dass sich Pullmans oraler Ansatz mit dem Original messen kann. Für Spreckelsen liegt das daran, dass der Autor einserseits, nämlich in seinen Anmerkungen und Erläuterungen, als gelehrter Exeget auftritt, der fragt, wer genau jeweils eigentlich erzählt (die Grimms jedenfalls nicht), andererseits aber auch ein begnadeter Erzähler ist, der klar und "barrierefrei" zu erzählen vermag. Dass Pullman Reim und Rhythmus sich frei (von der Vorlage) entwickeln lässt, gefällt dem Rezensenten ebenfalls gut. Richtig ins Schwärmen gerät er jedoch beim Anblick der vom australischen Künstler Shaun Tan geschaffenen Illustrationen zu den Märchen. Dessen reduzierte, abfotografierte Tonfiguren lassen ihn die Gestalten aus Grimms Märchen ganz neu und anders sehen.
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