Berlin, 1903: Rahel Hirsch fängt als eine der ersten Ärztinnen an der Charité an. Von Gleichberechtigung ist man jedoch noch weit entfernt. Das erlebt auch die junge Arbeiterin Barbara täglich. Sie schuftet in der Wäscherei der Charité und muss immer wieder erfahren, was es bedeutet, wenn Männer Frauen als Besitz betrachten. Ungleicher könnten die beiden Frauen nicht sein, und doch werden sie zu Freundinnen. Während Rahel sich gegen Widerstände in der Charité durchsetzen muss, schließt sich Barbara der Frauenbewegung an. Bis der Erste Weltkrieg ausbricht und alles verändert ... - wird sie sich je ohne Angst verlieben, je ein normales Leben führen können?
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 17.03.2022
Rezensentin Christine Lemke-Matwey kann mit den vielen derzeit erscheinenden historischen Frauenromanen, von denen sie sich drei Vertreter anschaut, nicht viel anfangen. So darf im zweiten Band von Ulrike Schweikerts Charité-Reihe, "Aufbruch und Entscheidung", Rahel Hirsch zwar am Anfang - wenn auch sehr kitschig, so Lemke-Matwey - kurz "erotisches Selbstbewusstsein" zeigen, aber eben nur, bis sie anfängt Karriere zu machen. Außerdem stört die Kritikerin, dass Klassenunterschiede in der hier beschriebenen weiblichen Solidarität keine Rolle spielen. Zudem dauert es in Schweikerts Romans sowie in den beiden anderen besprochenen Romanen, "Lady Churchill" von Marie Benedict und "Die Frauen vom Reichstag" von Micaela A. Gabriel nie lange, bis die Protagonistinnen ihre jeweiligen Nobelpreisträger-Männer treffen, zu denen ehrfurchtsvoll aufgeschaut wird, seufzt Lemke-Matwey. Für sie riecht das alles zu sehr nach "Lavendel" und zu wenig nach Emanzipation.
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