Der Tristan ist Wagners persönlichstes Werk, am wenigsten bestimmt von Ideologie und Weltenspekulation, am mächtigsten bewegt von innerem Aufruhr und privater Mythologie. Fern von Drachen, Zwergen, Riesen und Wassernixen nimmt diese zutiefst menschliche Liebestragödie ihren Lauf. Peter Wapnewski zeigt den Tristan in seinem geistigen Umfeld: Gottfried von Straßburg macht um 1200 den großen Anfang, Thomas Mann liefert in seiner Tristan-Novelle von 1901 das bürgerliche Nachspiel, in Wagner wird die Kühnheit des Stoffes aufgehoben in der Kühnheit der Musik, Mittelalter in Gegenwart, Gegenwart in Zukunft projiziert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2001
Die Spaßkultur hat Albert von Schirnding jedenfalls dicke. Wer seinen Wapneswski gelesen hat, da ist er sich sicher, ist gegen die Reize solchen Schnickschnacks ein für allemal gefeit. Und gelesen hat er ihn, Schirnding, "seinen" Wapneswki. Und genossen, weil nämlich Wapnewski einer ist, der den alten Wagner noch "liebevoll" ernst nimmt und, man höre, sogar Thomas Mann. Auch so ein Gefeiter in Sachen Spaß, pardon, Reize. Alles ganz wunderbar. Und, soll man sagen, der Rezensent gleicht seinem Autor aufs Haar? Bestimmt nicht, nur die von diesem bevorzugten hermeneutischen Prinzipien sind jenem, scheint's, gerade recht: Bewunderung, Ernst und Distanz. In dieser Reihenfolge.
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