Die französischen Gelbwesten sind anders als die herkömmlichen sozialen Bewegungen. Sie kamen überraschend für alle anderen politischen Kräfte, einschließlich der französischen Linken. Auch ihre Aktionsformen und internen Strukturen unterscheiden sich in vielerlei von klassischen Protestbewegungen. Insgesamt sind sie Ausdruck der sozialen und politischen Krise des neoliberalen Kapitalismus. Dementsprechend wird die Bewegung auch massiv bekämpft, u.a. durch polizeiliche Repression und durch Diffamierung seitens staatstragender Politiker und Medien. Doch die Mehrheit der Bevölkerung sympathisiert trotz alldem mit ihren Zielen. Die Beiträge des Bandes analysieren die soziale Zusammensetzung der Bewegung, ihr politisches Selbstverständnis, ihre Programmatik und ihre Aktionsformen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.10.2019
Rudolf Walther informiert sich mit dem von Peter Wahl herausgegebenen Band über die Gelbwesten-Bewegung. Verdienstvoll findet er die Auswahl mit fünf Beiträgen französischer Aktivisten und Sozialwissenschaftler, da sie die mediale Verzerrung der Protestbewegung korrigieren helfen und ihre Wirkung zu ermessen versuchen. Vom sozialpolitischen Linksruck infolge der Proteste, von der relativen Unorganisiertheit der Gilets jaunes sowie über ihr Auftreten und ihre Forderungen erfährt Walther Wissenswertes, kenntnisreich erfasst und beschrieben in den Texten des Bandes.
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