Den Thirty-Somethings in Peter Truschners neuem Roman fehlt der Halt. Sie zählen zu einer Generation, die sich - inmitten von Filmen, Fernsehen und Großstadtblues - dem Älterwerden verweigert: Carsten hat es zumindest schon mal probiert, er lässt sich gerade scheiden. Alex bleibt hartnäckig dabei, das schwarze Schaf zu sein. Mit Toni konnte man immer schon saufen bis zum Umfallen, und Sabine ist viel zu lang schon verzweifelt auf der Suche - im Internet … Peter Truschner begnügt sich nicht mit der Beschreibung der coolen Oberfläche: Mit brutaler Präzision lotet er die Abgründe seiner Generation aus und legt die eigentliche Sehnsucht der Protagonisten offen: die nach stabilen Beziehungen im Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2013
Peter Truschner scheint mit seinem Titel "Das fünfunddreißigste Jahr" in die Fußstapfen von Ingeborg Bachmanns Erzählung "Das dreißigste Jahr" treten zu wollen, ein "Generationsporträt" sollte das Buch werden, berichtet Oliver Pfohlmann, der sich vom Ergebnis wenig überzeugt zeigt. Truschners Ich-Erzähler leidet unter einer chronischen Müdigkeit, zu seinen alten Freunden hat er keinen Kontakt mehr, statt eine Karriere an der Universität anzustreben, hat er irgendwann angefangen, sich mit Nebenjobs über Wasser zu halten, seine Beziehungen kranken wie der Rest seiner Unternehmungen an mangelnden Ambitionen und seine einzig gebliebene Bezugsperson ist seine Mutter, fasst der Rezensent zusammen. Für ein Generationsporträt sind Pfohlmann die Wehwehchen des Erzählers allerdings zu individuell und willkürlich ausgewählt, außerdem enttäuscht ihn die Sprache des Autors, der sich noch dazu allzu oft in Klischees verrennt. Der Rezensent ist unbeeindruckt.
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