Caroline Rosales

Das Leben keiner Frau

Roman
Cover: Das Leben keiner Frau
Ullstein Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783550201639
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Alte weiße Frau - hast Du den Blues? Melanies Fünfzigster ist ein rauschendes Fest. Sie lässt sich feiern, der Champagner fließt in Strömen, ein Flirt liegt in der Luft. Doch dann wendet sich das Blatt. Ihre Mutter, zu der sie nie ein gutes Verhältnis hatte, braucht ihre Hilfe, sie ist alt geworden. Ihre erwachsene Tochter, die nie so werden wollte wie Mel selbst, ist gerne Hausfrau und will auf keinen Fall Karriere machen. Ja, und die Männer. Der Flirt, ein Kollege, redet im Büro schlecht über sie. Mels Chef fördert eine jüngere Kollegin. Ihr Exmann wird Vater, bekommt mit seiner neuen Frau ein Kind. Das Kind, das er mit ihr nie wollte. Mel hat in ihrem Leben alles richtig gemacht. Bis auf die Dinge, die kolossal schiefgelaufen sind. Und heute ist sie nur noch wütend. Ein Buch über die Fallstricke der Emanzipation und den Fluch, alles zum ersten Mal zu machen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.10.2021

Rezensentin Julia Lorenz kann die "geschmackvoll ausgeleuchtete Konsumhölle" mit Chanel-Taschen, Duft von "weißen Blüten und Qual" im Debüt von Caroline Rosales förmlich riechen. Die 1980 geborene Journalistin beschreibt darin, wie die gerade fünfzig gewordene Kulturjournalistin Melanie Moosburger durch das Einsetzen ihrer Wechseljahre an dem gesellschaftlichen Druck nach "fuckability" und dem Verlust ihrer feministischen Kolumne an eine jüngere Kollegin nach und nach zerbricht, erklärt Lorenz. Ein wenig ärgert es die Rezensentin, dass die klischeebeladene Protagonistin ihre Privilegien so sehr aus den Augen verliert, doch durch ihre charakterliche Entwicklung wird sie ihr im Verlauf der Handlung doch ein wenig sympathischer. Trotz, oder gerade wegen des Konflikts dreier Generationen von Feministinnen empfindet Lorenz dieses Debüt als ein gelungenes Plädoyer für die Solidarität unter Frauen.

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