Barbara Bleisch

Mitte des Lebens

Eine Philosophie der besten Jahre
Cover: Mitte des Lebens
Carl Hanser Verlag, München 2024
ISBN 9783446279681
Gebunden, 272 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Im Leben ist irgendwann vieles entschieden: wen wir lieben, wo wir arbeiten, wie wir wohnen. Manche sind froh, angekommen zu sein - andere fürchten, festzustecken in einem Leben voller Routinen, und fragen sich, ob es das schon war. Wie finden wir neue Lebensziele, wenn vieles erreicht ist? Wie gehen wir damit um, dass sich die Zeithorizonte langsam verengen und einige Züge mittlerweile abgefahren sind? Philosophisch fundiert und voller Bezüge aus dem Alltag denkt Barbara Bleisch nach über Lebenserfahrung, Leichtigkeit und Gelassenheit. Dem Klischee der "midlife crisis" setzt sie eine Philosophie der Lebensmitte entgegen, die hineinführt in die existenziellen Fragen unserer Jahrzehnte als Erwachsene - und in die beste Zeit unseres Lebens.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 20.08.2024

In der Antike galt die mittlere Lebensphase als "Blüte des Lebens", Simone de Beauvoir betrachtete sie als "Seuche" - nun hat der Buchmarkt jene bisher eher unbeachteten Jahre für sich entdeckt, weiß Rezensentin Marie-Luise Goldmann, die passend zu den vielen Roman-Neuerscheinungen zum Thema dieses "philosophische Sachbuch" der Schweizer Moderatorin Barbara Bleisch empfiehlt. Denn Bleisch blickt "erfrischend" auf jene Jahren zwischen 35 und 65, die nicht selten von Bilanzen, Reue und Zweifeln geprägt sind. Die Autorin führt zur Beantwortung der Lebenssinnfrage etwa den Psychoanalytiker Erik H. Erikson ins Feld, der die "Generativität", also die Sorge für die Nachkommen, als "Kritikerium für ein gelingendes mittleres Lebensalter" betrachtet, oder die Philosophin Margaret Urban Walker, die das Ideal des "career life" durch das eines "seriatim life", also eines "seriellen Lebens" ersetzt, wie Goldmann resümiert. Die Kritikerin scheint nach der Lektüre der Lebensmitte jedenfalls sorgloser entgegen zu blicken.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.07.2024

Rezensentin Andrea Gerk lässt sich von Barbara Bleischs Enthusiasmus anstecken, mit dem die Philosophin und Autorin die Vorzüge des "Älterwerdens" beschreibt, und die Midlifecrisis als Chance begreift. Krisen sind Kipppunkte, schreibt Bleisch, in denen wir das, was vor uns liegt, und das was hinter uns liegt, erst wirklich bewusst und mit größerer Klarheit wahrnehmen können. Genau darin liegt das große Potenzial dieser Lebensphase, wie Bleisch philosophisch versiert erklärt. Statt sie zu verdrängen, sollten wir diese Kipppunkte also lieber nutzen! Die Rückbesinnung kann produktive Fragen aufwerfen für die Zukunft, und die Gegenwart erleben wir intensiver, bewusster, wenn wir anfangen, uns als endlich zu verstehen. Mit diesen Überlegungen setzt Bleisch der Tristesse des verpassten Anfangs etwas entgegen. Wer offen bleibt und neugierig, kann das Leben auf seiner Mitte umso bewusster wertschätzen und gestalten, so ihre "message" - bei der Rezensentin ist sie angekommen.