Peter Kurzeck

Da fährt mein Zug

Peter Kurzeck erzählt. 1 CD
Cover: Da fährt mein Zug
Suppose Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783932513923
CD, 16,80 EUR

Klappentext

1 CD, 62 Minuten. Regie: Klaus Sander. "Haben Sie schon jemals in Ihrem Leben etwas Wichtiges verloren?" Der Taxifahrer, dem sie gestellt wird, muss lange über die Frage nachdenken, doch der Ich-Erzähler ist schon mitten drin in seiner Geschichte. Und während er mit existenzieller Dringlichkeit sein ohne ihn im Nachtzug aus Straßburg davongefahrenes Reisegepäck wiederzuerlangen sucht, finden, indem er von ihnen erzählt, unversehens auch Dinge, Menschen und Augenblicke, die unwiederbringlich sind, noch einmal zu ihm zurück ‒ und zu uns, indem wir ihm zuhören. Denn: "Man muss solche Geschichten erzählen, sonst hält man es nicht aus."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.08.2010

Höchst fesselnd findet Alexander Cammann diese zweite Hörgeschichte von Peter Kurzeck, die aus seiner Sicht darüber hinaus ein höchst passender Urlaubsbegleiter ist. Allerdings warnt Cammann auch: Kurzeck macht süchtig. Denn diese leicht nasale und insistierend erzählende Stimme erzeuge sofort einen Sog, dem man sich nicht mehr entziehen könne. Worum es geht? Um einen Aufenthalt des Autors in Straßburg im Jahr 1996, als ihn eine Reise von Frankfurt nach Avignon führte, und der Zug mit dem Gepäck und ohne den Autor weiter fuhr. Dessen Beschreibungsfuror erfasse daraufhin alles und jeden, sogar Worte für die Mysterienwelt unserer Existenz finde er in dieser Verfassung, wie Cammann staunend feststellen kann, der "Kurzecks Kunst der Seinsbeschreibung" überhaupt einzigartig findet und am Ende die Welt mit anderen Augen sieht: auch so ein "Kurzeck-Effekt".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2010

Chronist seiner selbst sei der Autor, schreibt Tobias Lehmkuhl und meint das nett. Allerdings säuselt ihm Peter Kurzeck auch mit "warmer, eindringlicher" Stimme ins Ohr auf diesem Hörbuch. Die beschriebene, irgendwie verunglückte Nachtzug-Reise führt den Autor von Frankfurt nach Uzes in Frankreich, oder, ja, beinahe, mit Umwegen zumindest, wie Lehmkuhl verrät. Für Lehmkuhl liegt der Reiz des Textes im Weitschweifigen, in Kurzecks Hang zum minutiösen Beschreiben von Nebensächlichkeiten. Großartig Neues erfährt er indes nicht. Aber wenn ein Bahnbeamter wie aus einem Simenon-Roman auftritt, spitzt der Rezensent die Ohren.
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