Friedrich Hermanni (Hg.), Peter Koslowski

Der leidende Gott

Eine philosophische und theologische Kritik
Cover: Der leidende Gott
Wilhelm Fink Verlag, München 2001
ISBN 9783770534791
Broschiert, 249 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Angesichts der Erfahrungen des 20. Jahrhunderts wurde in der Theologie und Philosophie mehrfach der Versuch unternommen, einen unter Gegenwartsbedingungen glaubwürdigen Gottesbegriff zu entwickeln. Dem Gedanken eines "pathetischen", leidenden Gottes fiel dabei zumeist die klassische Vorstellung von der Allmacht und Leidensfähigkeit Gottes zum Opfer. Inzwischen ist diese Rede vom leidenden Gott, die bis ins 19. Jahrhundert noch als häretisch galt, fast zu einer Art neuen Orthodoxie avanciert. Diese neue Rechtgläubigkeit wird im vorliegenden Band dargestellt und einer philosophischen, theologischen und historisch-exegetischen Kritik unterzogen. Dabei zeigt sich, dass sie gegenüber der theologisch-metaphysischen Tradition keinen Fortschritt und keine ernsthafte Alternative darstellt. Denn der Gedanke, dass Gott dem Leiden und der Geschichte ohnmächtig unterworfen ist, widerspricht dem inneren Sinn des Gottesbegriffs.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2001

Den Versuch einer Synthese erkennt Klaus Berger in diesem Buch: Der eine Pol sei das Bild vom "sympathischen Gott", der menschlich-hilflos und dadurch dem Menschen nahe ist. Den anderen Pol bildet der "unveränderliche und allmächtige Gott", wie es die Vorstellung im traditionellen Glauben ist. Das Misslingen dieses Syntheseversuchs geschieht zur Freude des Rezensenten, wie er selbst zugibt. Zwar gelinge es dem Band, die verschiedenen Zugänge zur Frage nach dem `leidenden Gott` von Luther über Hegel und Moltmann bis zum rabbinischen Ansatz darzustellen, und auch "unterschiedliche Geister" fänden ihren Platz in der Diskussion (z.B. Hans Jonas und Hans Urs von Balthasar). Als hauptsächliche Verfehlung erachtet Berger aber, dass es "in christlicher Lehre noch nie um den schlechthin apathischen Gott" gegangen sei. In anderen Worten, ist es also schon die diskursive Grundlage, die der Rezensent nicht als tatsächlich gegeben erachtet.
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