Aus dem Italienischen von Christoph Miething. Der italienische Denker und Philosoph Stefano Levi Della Torre spürt in seinem luziden Essay dem Geheimnis des Religiösen und des Göttlichen nach, das die rationalistische und agnostische Gegenwart durchwebt. Die Gottesidee nämlich, so Levi Della Torre, hält unser kulturelles Universum zusammen - auch wenn sie selbst längst aus dieser Welt ausgezogen ist. Um diese Leerstelle zu rekonstruieren, erschließt er die Statik eines Gefüges, das die Idee des Göttlichen noch in der Abwesenheit aufrechterhält. Er konstatiert: Seit dem Ende des Zeitalters der Religion leben wir in einem Zustand systemischer Ungewissheit, die dem Heiligen als dem furchtbaren Unbekannten Tür und Tor öffnet; denn es war vordem die Religion, "die das Heilige bändigte und auf menschliches Maß brachte". Was die Religion hinterlässt, ist zugleich das, was sie zuvor erst hervorgebracht hat: Wir stoßen auf das Paradox, dass Gott erklärt, woran alle Erklärungen scheitern.In seinen Betrachtungen zwischen Philosophie und Anthropologie, in denen er die jüdische und christliche Tradition auf ihr Gottesverständnis hin befragt, entwirft Stefano Levi Della Torre eine säkulare Theologie. Von sich selbst sagt er: "Gott ist mein Zeuge, dass ich kein Gläubiger bin."
Stefano Levi Della Torre entwirft laut Rezensent Thomas Palzer in diesem Buch eine Theologie, die den Tod Gottes zur Voraussetzung hat und jüdische sowie christliche Glaubenstraditionen auf ihr Gottesbild abklopft. Wobei Gott als Mysterium und Tautologie in den Blick komme. Im Anschluss an Adorno/Horkheimer und auch Bataille argumentiert Torre, dass das Heilige nach dem Ende der Religion verallgemeinert wurde und die gesamte Kultur infiltriert habe. Am Ende läuft diese schlaue Schrift für den Rezensenten auf eine paradoxe Argumentationsfigur hinaus, weil mithilfe von Gott etwas erklärt werde, was nicht erklärt werden könne.
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