Peter Handke

Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln

Cover: Meine Ortstafeln - Meine Zeittafeln
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783518419472
Gebunden, 623 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Das Versetzen von Ortstafeln, das Anbringen einer neuen Aufschrift, der Streit um Gedenktage - solche Veränderungen machen deutlich, wie stark politisch-gesellschaftliche Ereignisse realer und symbolischer Landkarten und zeitlicher Bezugspunkte bedürfen. Auch das "Volk der Leser" braucht eine eigene Landkarte und die korrespondierenden Daten. Peter Handke hat in seinen Essays die Rolle des Kartografen und Chronisten der letzten vier Jahrzehnte übernommen: In Schrift-Text-Bildern breitet er in allen Dimensionen die persönliche Karte der Kunstkontinente aus - von Prosa, Drama, Lyrik, Essay, Film und bildender Kunst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2008

Den "Fehler", diesen Band als Fußnote zum Werk Peter Handkes zu lesen, macht Andreas Kilb nicht. Verstanden als Porträt des Dichters, als der "ganze Handke noch einmal", wächst und wächst das Buch in seinen Augen beträchtlich. Kilb stößt hier auf den "heiligen Zorn" wie auf das "unheilige Geschimpfe", auf Texte zur Kunst, zum Kino und zu Politischem, aber "vor allem (auf) eines: Aussagen zur Person". Am schönsten findet Kilb den Text über eine Pilgerfahrt nach Kolonos: So unspektakulär wie bezeichnend, weil Handke daraus ein "zauberisches Gelingen" macht, suchend, segnend. Oder verwandte Dichter unvergleichlich rühmend, so Kilb. Dass der Band Handkes "wichtigsten" Aufsatz, seine "Winterliche Reise" von 1996 ausspart, empfindet der Rezensent folgerichtig als echte Lücke.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.01.2008

Dieser Band versammelt Nebenwerke des Dichters Peter Handke. Eigentlich aber, so der Rezensent Christoph Bartmann, gibt es so etwas im Werk dieses Autors gar nicht. Darum geht es durchaus auch in diesen Essays, Preisreden und anderen kleineren (in einem Fall aber, einem Artikel über Handkes Verleger Siegfried Unseld, 300 Seiten langen) Texten immer ums Ganze. Auf die polemischen Ausfälle Handkes gegen Kollegen, die Presse, die Öffentlichkeit und manchmal die ganze Welt könnte der Rezensent dabei noch am ehesten verzichten, wie er versichert. Beeindruckt zeigt er sich aber vom Leser Peter Handke, der als Leser ein Liebender sein kann. Fast interessanter noch wird es aber, so Bartmann, da, wo er Einwände erhebt, gegen Herbert Achternbusch etwa oder Arnold Stadler, um dann am Ende doch zum Lob zu gelangen. Davon würde der Rezensent gerne auch in der Zukunft noch viel lesen.
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