Peter Hamm

Peter Handke und kein Ende

Stationen einer Annäherung
Cover: Peter Handke und kein Ende
Wallstein Verlag, Göttingen 2017
ISBN 9783835331563
Gebunden, 164 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Besprechungen, Essays und Vorträge aus 50 Jahren, geschrieben von Peter Hamm, der von einem scharfen Kritiker zu einem engen Freund des Dichters wurde. Dass ein Kritiker das Werk eines Schriftstellers über fast 50 Jahre begleitet, wird nicht eben häufig sein, aber dass so eine Geschichte mit einer Polemik beginnt, dann zu einer langsamen Annäherung führt, zu einer immer tiefer gehenden Auseinandersetzung, für die gerade das Stichwort Langsamkeit bedeutend ist, und schließlich zu einer Lebensfreundschaft - das dürfte einzigartig sein. Das erste Mal schrieb der junge Lyriker und Kritiker Peter Hamm schon im aufgeheizten politischen Klima von 1968 über den damals gerade 26-jährigen Peter Handke, dessen gegen die Sprache des SDS gerichteten Aufsatz "Totgeborene Sätze" er in der Zeit als "peinlich" und "bestürzend" zurückwies. Vier Jahre später bescheinigt er dem Autor von "Der kurze Brief zum langen Abschied" immerhin: "Jetzt kann er Ich sagen". Aber es ist noch ein weiter Weg, bis aus Verständnis Einverständnis wird und bis Peter Hamm anlässlich der Verleihung des Schiller-Preises seine begeisterte Laudatio auf Peter Handke hält oder bis er im neuen Jahrtausend in weit ausholenden Aufsätzen "Mein Jahr in der Niemandsbucht" und "Der Bildverlust" würdigt. Peter Hamm legt verborgene Bezüge und Motive in Handkes Werk offen, und er beteiligt die Leser an diesem Entdeckungsprozess. Er kann das aus einer genauen Werkkenntnis heraus wie wohl kein anderer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2017

Christoph Bartmann geht Peter Hamm in seiner altersweisen Handke-Bewunderung dann doch zu weit. Etwas mehr von der alten ätzenden Kritik am Namensvetter wäre ihm lieb gewesen, liest er die jüngeren Essays und Werk-Rezensionen des Autors in dieser Sammlung. Der mit dem Buch nachzuvollziehende Weg einer Beziehung von 1968 bis 2011 macht Bartmann nachdenklich. Als wäre der Autor in einen Bannstrahl des Dichters geraten, der den Sinn vernebelt, das Urteil ungenau werden lässt, denkt er. Die alte Robustheit fehlt Bartmann in den späten Hamm-Texten, in denen Handke schutzbedürftiger aussieht als er ist, findet er.
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