Jochen Hörisch

Bedeutsamkeit

Über den Zusammenhang von Zeit, Sinn und Medien
Cover: Bedeutsamkeit
Carl Hanser Verlag, München 2009
ISBN 9783446233294
Kartoniert, 416 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Menschen suchen hinter den Dingen, die sie umgeben, und den Ereignissen, in die sie verstrickt sind, eine Bedeutung. Die Fähigkeit, Sinn und Bedeutung zu erschließen, steht am Anfang jeder Kultur. Jochen Hörischs große Studie über den Zusammenhang von Zeitlichkeit und Bedeutsamkeit handelt von den Ursprüngen und fundamentalen Voraussetzungen unserer kulturellen Existenz. Indem er Fragen der Philosophie mit der Interpretation großer Kunst und einer Analyse moderner Medien verbindet, legt der Literatur- und Medienwissenschaftler mit diesem Buch eine Grundlagenarbeit für die Geisteswissenschaften vor.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2010

Ob es Jochen Hörisch mit diesem Buch gelingt, unser Nachdenken über Medien aufzumischen, kann Andreas Cremonini nur vermuten. Dass es sich dabei um einen großen, weit ausgreifenden philosophischen Entwurf handelt, eine Art Grundlage für Hörischs bereits erschienene kulturwissenschaftliche Einzelanalysen, weiß er hingegen genau. Den Schwerpunkt der Arbeit verortet Cremonini in der Frage nach der sinnschöpfenden Funktion sogenannter Leitmedien wie Geld oder Fernsehen für unser Verständnis von Wirklichkeit. Ferner werden die Geschichte dieser Medien und die Voraussetzungen von Hörischs darauf aufbauender Medientheorie skizziert. Die Voraussetzung der Seinsendlichkeit und des daraus resultierenden Sinngewinns, die der Autor mittels literarischer Beispiele erörtert, leuchtet Cremonini ein. Die Geschichte der Leitmedien sieht er vom Autor allerdings vor allem in Übereinstimmung mit seiner eigenen Theorie begründet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.06.2009

Für Stefana Sabin hat der Autor hier eine schriftstellerische Höchstleistung vollbracht. So trivial ihr Jochen Hörischs These von der Zeitlichkeit als Voraussetzung für Sinn, von Kunst und Kultur als Sublimationen unserer Todesbewusstheit auch vorkommt, so angetan ist die Rezensentin von der Genauigkeit und dem Elan, mit denen Hörisch den Leser auf seine Seite zieht. Deutungen, Anspielungen, Hinweise ergeben für Sabin ein "Riesenpanorama" sämtlicher künstlerischer Gattungen im Hinblick auf den Tod und seine Verwandlung in Sinn. Bedauernswert findet Sabin nur, dass Hörisch mitunter rhetorisch übers Ziel hinausschießt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2009

So zwiegespalten wie Jochen Hörischs Buch über die "Bedeutsamkeit" will Andreas Dorschel auch die Lektüreerfahrung desselben erscheinen. In Wirklichkeit hat man es nämlich nach Dafürhalten des Rezensenten mit zwei "ineinandergeschobenen" Werken zu tun, einem "fundamentalsemiologischen" über Sinn, Bedeutung und Bedeutsamkeit und einem zweiten zur "Literatur, Kunst und Kultur der europäischen Neuzeit". Mit dem ersten hat Dorschel seine liebe Mühe, weil es nicht nur etwas schwergängig sei, wie er moniert, sondern weil Hörisch, anstatt überzeugend zu begründen, nur stets seine Behauptungen wiederhole. Das zweite Buch dagegen hat Dorschel richtiggehend begeistert, denn er hat darin nicht nur kurzweilige Abschweifungen über vertraute und weniger vertraute literarische Werke gefunden, sondern erkennt darin unter anderem sogar eines der "schönsten Goethebücher" der letzten Zeit. Und so wird dieses Doppelbuch eben doch noch zum echten Lesevergnügen.

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