Peter Guralnick

Sweet Soul Music

Cover: Sweet Soul Music
Bosworth Musikverlag, Berlin 2009
ISBN 9783865433213
Paperback, 544 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Harriet Fricke. In diesem Buch, das sich mit dem gesellschaftliche Wandel und den befreienden Kräften im Amerika der 1960er Jahre befasst, wird die Geschichte der legendären Performer erzählt - Sam Cooke, Ray Charles, James Brown, Solomon Burke, Aretha Franklin, Otis Redding und Al Green, um nur einige zu nennen, die Gospel und Rhythm & Blues verschmelzen ließen und daraus den Soul der amerikanischen Südstaaten schufen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009

Eine Geschichte des Soul, die Motown auslässt - kann das denn sein, fragt der Rezensent Edo Reents. Oh ja, kann es, und das Buch ist sogar ein Standardwerk. Im Original bereits 1986 erschienen und nun "endlich", so Reents, ins Deutsche übersetzt. Nachgezeichnet wird hier die Entstehung eines für die Geschichte des Pop überaus wichtigen Musikstils, der verblüffenderweise zwar von schwarzen Interpreten dominiert war; die Leute im Hintergrund ("Studiomusiker, Toningenieure und Produzenten") waren dagegen vorwiegend weiß. Sehr bedauert der Rezensent, dass ihm der Platz nicht reicht, auch nur die interessantesten Figuren des Buchs vorzustellen, darunter viele, die eine für Reents faszinierende Kombination aus "Hinterwäldler und Hipster" darstellen. Bleibt ihm nur die dringende Empfehlung, das Buch selbst zu lesen, das bis heute unübertroffen ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.10.2009

Amerika ohne die Utopie des Souls? Das wäre für den Rezensenten wie ein Winter ohne Aussicht auf Frühling. Jonathan Fischer begrüßt nachdrücklich, dass Peter Guralnicks Geschichte des R'n'B "Sweet Soul Music" endlich auf deutsch erschienen ist. Er selbst hat seine Initiation selbstverständlich schon mit der amerikanischen Originalausgabe erhalten, ist vielen Geschichten selbst hinterher gereist und kann deshalb bestätigen: "Die fabelhafte Welt, die Grualnick in seinem Buch beschrieben hatte, sie existierte wirklich." In mehr als hundert Interviews lässt der Autor Musiker und Produzenten zu Wort kommen, erzählt Anekdoten und montiert - teils widersprüchliche - Erinnerungen zusammen. Dass der Autor sich mit eigenen Kommentaren oder Wertungen zurückhält, ist dem Rezensenten dabei sehr sympathisch. Für ihn erscheint das Ganze wie eine "funkelnde, am Rande des Märchenhaften schrammende Oral History".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.08.2009

In höchsten Tönen besingt Lars Bulnheim Peter Grualnicks "Sweet Soul Music", das erst 22 Jahre nach der Erstveröffentlichung in den USA auch auf Deutsch erhältlich ist. Für Bulnheim ist es ganz klar das "Standardwerk": Von den Anfängen des R'n'B, über die Lockerung von Rassenschranken durch Ray Charles, den Schuhputzer James Brown und die Plattenfirma Stax, die ihr erstes Tonstudio aus einem alten Kinosaal bastelte - nichts bleibt unerwähnt. Bulnheim gratuliert Guralnick zu der "wichtigsten Milieustudie und Anekdotensammlung" über die Soulmusik der Südstaaten Amerikas. Seine Linernotes seien "makellos" und perfektionistisch recherchiert und lesen sich für den Rezensenten manchmal gar wie ein Roman. Dass Guralnick den Rassismus weißer Studiobetreiber ignoriere und ohne Unterlass einem "idealistischen Liberalismus" huldige, das könne man beanstanden, meint Bulnheim, drückt aber dann doch lieber beide Augen zu. Bulnheim ist sich sicher, dass es "kein besser geschriebenes und faktenreicheres Buch über die Entstehung der Soulmusik" als dieses von Peter Guralnick gibt.
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