Peter Fleischmann

Die Zukunftsangst der Deutschen

Roman
Cover: Die Zukunftsangst der Deutschen
Fahrenheit Verlag, München 2008
ISBN 9783940813015
Gebunden, 269 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Deutschland Anfang der sechziger Jahre. Ein junger Hörspiel-Autor, der mit seinen Reportagen versucht, die Wirklichkeit der Bundesrepublik einzufangen, begegnet einer ausnehmend sinnlichen Frau, die zu seiner großen Liebe wird. Er gerät dabei immer weiter in einen Strudel von Sexualität. Gefangen zwischen der Angst vor der Macht des Erotischen und dem Wunsch nach neuen Erfahrungen, kann er bald nicht mehr unterscheiden, was sich als Wunschtraum in seinem Kopf abspielt und was gnadenlose Wirklichkeit ist. Bis das Verhältnis durch einen Akt sexueller Gewalt ins Wanken gerät. In "Die Zukunftsangst der Deutschen" erzählt Peter Fleischmann von einer Liebe in einer Zeit des Umbruchs. Einer Zeit, in der die Älteren das Vergessen üben, während die Jungen an ein freies Leben glauben und doch erfahren müssen, dass das große Verdrängen sie bis tief in ihren Aufstand gegen die bürgerliche Moral und die feinsten Verästelungen ihrer Beziehung verfolgt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2008

Scharf ins Gericht geht Thomas Scholz mit Peter Fleischmanns Sechziger-Jahre-Roman über einen Journalisten und seine Freundin, die die freie Liebe praktizieren. Wer sich, angeregt vom Titel "Die Zukunftsangst der Deutschen", der zugleich Titel eines Buchs im Buch ist, irgendeine erhellende Einsicht über Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft der Deutschen erwartet, wird nach Ansicht von Scholz schwer enttäuscht. Die Gesellschaftsbetrachtung "Die Zukunftsangst der Deutschen", das Lieblingsbuch des Protagonisten, scheint ihm nämlich äußerst platt. Im Zentrum des Romans sieht er ohnehin dessen drastische Sexszenen. So kann er nur das Fehlen jeden "literarischen Sinns" konstatieren. Das Ganze mutet ihn höchst ordinär an. "Vorhersehbarkeit und Redundanz des Geschehens", urteilt Scholz, "sind erdrückend". Besonders kreidet er dem Autor an, thematische Bezüge zur Nazizeit mit "altersmüder Pornografie" zu mixen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.05.2008

Kein gutes Haar lässt Michael Braun an Peter Fleischmanns Buch "Die Zukunftsangst der Deutschen". Der Roman um einen Dokumentarfilmer, einen "genitalfixierten Phallokraten", der in den frühen 60er Jahren der Bundesrepublik die sexueller Befreiung lebt und einen Film über Dachau plant, ist für ihn ein "wüster pornografischer Albtraum", ein "grausames Attentat auf die Geschmacksnerven", das ihn mit Abscheu erfüllt. Für die Intention des Autors hält er es zu schokieren und zu provozieren. Dreist findet Braun die Verbindung zahlloser sexueller Klischees mit politischen Thesen über das Nachwirken des faschistischen Bewusstseins in Deutschland. In der Verknüpfung schriller sexueller Phantasien mit dem Horror der Nazidiktatur erblickt er das eigentlich Pornografische dieses Romans - weniger in den Kopulationsszenen, die ihm ziemlich "hölzern" vorkommen. Sprachlich ist das Werk für ihn schlicht indiskutabel: Im Blick auf den Ich-Erzähler spricht er von einem "defizitären Sprachvermögen", insgesamt geißelt er das Werk als "literarisches Fiasko".
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