Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Jabal os Saraj, ein kleiner Ort in Afghanistan. In dem Vielvölkerstaat am Hindukusch kämpft die Nato gegen die Taliban und mittendrin befindet sich Adam Kellas, schottischer Journalist und Schriftsteller, dem die Wirren des Krieges und der Liebe allmählich den Boden unter den Füßen entziehen und ihn fundamental erschüttern, als Journalisten, als Mann, als Menschen. Ein großartiger Roman über das Entwerfen von Bildern und Fiktionen: im Leben, in der Liebe und im Krieg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.01.2009
Ganz schön aufgewühlt scheint der Rezensent das Buch aus der Hand zu legen. Am Ende weiß Michael Rutschky nicht einmal, ob der Held eine Reise in den Irak überlebt oder von einer ferngesteuerten Drohne atomisiert wird. Was Rutschky indessen mit Bestimmtheit sagen kann: James Meek weiß, wie sich Journalismus und Literatur, Realität und Imagination intelligent wie elegant miteinander verbinden lassen, so dass der Leser sich nicht postmoderistisch gefoppt fühlt. Rutschky darf seinen Wirklichkeitssinn behalten und zugleich die Erfindungen des Autors genießen. Den von einem Kriegsjournalisten verfassten Roman im Roman liest Rutschky entsprechend mit Gewinn. Als Beobachtung zweiter Ordnung (die Rutschky an David Lodge erinnert) mit genug Überzeugungskraft, um den Rezensenten das Buch auch als Darstellung des internationalen Journalismus auf den islamischen Kriegsschauplätzen lesen zu lassen.
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