Peter Behrens

Das Gesetz der Träume

Cover: Das Gesetz der Träume
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 9783895614552
Gebunden, 556 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek. Irland 1846: Für den fünfzehnjährigen Fergus ist Flucht keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Er wird aus seinem Zuhause vertrieben und verliert nicht nur seine Familie, sondern alles, was er jemals liebte. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, die ihn von der Westküste Irlands zu den Docks und Bordellen Liverpools und schließlich sogar auf die andere Seite der Welt führt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.04.2008

Peter Behrens "Gesetz der Träume" ist mit allem ausgestattet, was einen Hollywoodfilm ausmacht und so überrascht die Nachricht nicht, dass der kanadische Autor davon lebt, Drehbücher für die Traumfabrik zu verfassen, wie Ulrich Baron mitteilt. Es gibt in diesem Auswandererdrama um den armen Pächtersohn Fergus, der nach Kanada auswandert, um den elenden Bedingungen in Irland zu entfliehen, großartige Kulissen, leidenschaftliche Liebesgeschichten und wirkungsvolle "Cliffhanger" und so entsteht alles in allem ein fesselnder Unterhaltungsroman, in dem man einiges über die Auswanderungswelle armer Iren im 19. Jahrhundert erfährt, räumt der Rezensent ein. "Subtil" allerdings geht Behrens dabei nicht zu Werke und für Baron ergibt sich das Problem, dass der Autor mehr "erzählt", als er tatsächlich glaubwürdig aus der Geschichte "entwickelt". Und wenn Behrens dann mal auf Tiefsinn zielt, kommt doch nur so etwas wie "Rockpoesie" dabei heraus, so der Rezensent unbeeindruckt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2008

Rezensentin Maria Frise ist überaus eingenommen für Peter Behrens' Roman "Das Gesetz der Träume", einer "irischen Ballade von Tod und Überleben in dunkelster Zeit", für die der kanadische Autor mit dem höchsten Literaturpreis seines Landes ausgezeichnet wurde. Gebannt folgt sie der abenteuerlichen Flucht des fünfzehnjährigen Fergus, der im hungernden Irland des 19. Jahrhunders seine Familie und sein Zuhause verliert, im Armenhaus landet, sich einer Kinderbande anschließt, im Bordell verdingt, als Tunnelarbeiter schuftet, bis er endlich das Geld für eine Überfahrt nach Kanada zusammen hat. Die Brutalität und den Horror dieser Geschichte, die Fergus von einer Katastrophe in die andere führt, will Frise keineswegs verhehlen, sie weist aber auch auf die ruhigeren Passagen hin, die sie für ihre "idyllische Schönheit" und "poetische Sprachkraft" rühmt. Immer wieder fühlt sie sich an Grimmelshausens Simplicissimus erinnert, der wie Fergus die schrecklichsten Situationen überlebt. Sie schätzt Behrens' "epischen Tonfall" und hebt hervor, dass es ihm gelingt, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu halten.
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