Max Stemshorn

Mies und Schinkel

Das Vorbild Schinkels im Werk Mies van der Rohes
Cover: Mies und Schinkel
Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen 2002
ISBN 9783803006264
Gebunden, 112 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Das Frühwerk Mies van der Rohes wurde entscheidend von dessen Auseinandersetzung mit der Architektur Karl Friedrich Schinkels beeinflusst. Mies hatte das Werk des großen preußischen Baumeisters über Peter Behrens, bei dem er zwischen 1908 und 1912 beschäftigt war, kennen gelernt. Anfang der 20er-Jahre entwarf Mies einige Projekte, die in ihrer kompromisslosen und radikalen Formensprache von den Zeitgenossen geradezu als revolutionär empfunden wurden und ihm sozusagen über Nacht einen Platz unter den führenden Protagonisten der Moderne sicherten. Diese zwischen 1921 und 1924 entworfenen Arbeiten wurden schnell als Bruch Mies van der Rohes mit seiner architektonischen Vergangenheit gedeutet. Doch realisierte er noch bis Mitte der 20er-Jahre Wohnhäuser, deren Habitus die Architektur seines Frühwerks weiterführen. Entgegen viel verbreiteter Ansichten beschäftigte er sich auch in den folgenden Jahren intensiv mit den Landhausentwürfen Karl Friedrich Schinkels.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2002

Über die "architektonische Wahlverwandtschaft" zwischen dem Berliner Klassizisten Karl Friedrich von Schinkel und seinem "modernen Nachfolger" Ludwig Mies van der Rohe müsste eigentlich, meint Jürgen Tietz, gleich "eine ganze Bibliothek" existieren, hatte sich der Schinkel-Schüler Mies doch oft und eindeutig genug auf seinen Lehrer bezogen und seine Rezeption der Schinkelschen Werke sei schließlich einer der "meistbemühten Topoi der Architekturgeschichte". Aber erst jetzt habe sich Max Stemshorn, berichtet der Rezensent, dieser Beziehung angenommen und stelle in seinem Band eine Vielzahl von Mies-Bauten vor, die untrennbar mit den Werken Schinkels verbunden seien. Dass Stemshorn aber einen der bekanntesten Bauten Schinkels, die Neue Wache in Berlin, und die Entwürfe Mies für eine Umgestaltung der Gedenkstätte in seiner Untersuchung weggelassen habe, kann Tietz nicht verstehen. Und so gebe es trotz des Verdienstes, dass sich der Autor überhaupt intensiv der Verbindung der beiden Architekten angenommen habe, doch noch ein "Kapitel der Architekturgeschichte" zu schreiben.

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