Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger. Arvid Jansens Ehe ist gescheitert, seine Frau mit den drei Töchtern auf und davon. Sie findet neue Freunde, er nennt sie nur "die Farbenfrohen", und er bleibt allein. Auch seine Kinder entgleiten ihm immer mehr. Arvids Weg führt steil nach unten, er scheitert als Mann, als Vater, bis er wieder zu sich kommt und seine Verantwortung für die große Tochter erkennt, die am meisten unter der Scheidung leidet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.12.2019
Christoph Schröder folgt weiter dem "Weltschmerzprotokoll" von Per Pettersons Romanheld Arvid Jansen. Im neuen Buch taucht der Autor noch tiefer in die existenzielle Krise seiner Figur hinab: Nach dem Unfalltod seiner Eltern und seines Bruder verlassen Jansen nun Frau und Kinder und stürzen ihn in ein weiteres Loch, erzählt Schröder. Dass Petterson wenig erklärt und mit kaltem Blick Arvids von Unruhe geprägten Alltag verfolgt, irritiert Schröder anfangs. Schließlich erkennt er jedoch den Antrieb dieser Prosa: den Verlust. Die immer wieder eingestreuten komischen Passagen des Textes findet er umso erstaunlicher.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2019
Rezensent Matthias Hannemann urteilt vorsichtig über Per Pettersons neuen Roman. Wenn der Autor sein Alter Ego oder seinen "Stuntman", wie er es nennt, diesmal mit der Leere und der Ratlosigkeit angesichts des Endes seiner Ehe konfrontiert und dessen Ruhelosigkeit und Schmerz schildert, lange Autofahrten durch Oslo, One-Nights-Stands, bewundert Hannemann die melancholische Stimmung, den leisen Ton. Ob es sich um den besten Roman seit "Pferde stehlen" handelt, möchte er aber dahingestellt sein lassen. Der an sich kluge, schnörkellose Text hat seine Längen, warnt er.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2019
Andreas Breitenstein ist froh darüber, dass Per Petterson seinem Alter Ego, auf dessen Horrotrip einer nicht vergehen wollenden Vergangenheit der Text sich begibt, Hoffnung und Lebensmut mit auf den Weg gibt. Dass der Ich-Erzähler seine gescheiterte Ehe als Wiederherstellung eines natürlichen Zustands verbucht, findet Breitenstein bemerkenswert, auch wenn die Einsamkeit der Figur für ihn offenbar ist. Wie Petterson erbarmungslose Schlaglichter auf die norwegische Gesellschaft wirft, psychologisch und soziologisch subtil beziehungsweise präzise und hintersinnig erzählt, scheint dem Rezensenten lesenswert.
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