Verdammt wütend
Roman

DuMont Verlag, Köln 2024
ISBN
9783832168438
Gebunden, 224 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Aus dem Norwegischen von Karoline Hippe. Britt ist dreiundvierzig Jahre alt, verheiratet und hat eine kleine Tochter. Ihr ganzes Leben lang hat sie das Richtige getan, sich an sämtliche Regeln gehalten und es immer allen recht gemacht. Sie hat Verantwortung übernommen, hinter sich und anderen aufgeräumt. Aber an diesem einen Tag, im Urlaub im Sommerhaus in Norwegen, rastet sie aus, staucht ihre gesamte Familie und ihre Freunde zusammen. Und das Einzige, was sie bedauert, ist, dass sie das nicht schon vor langer, langer Zeit getan hat. Gemeinsam mit Niko, einer Bekannten, die so viel unabhängiger ist als sie selbst, fährt sie los: einfach nur weg, eine Nacht an den Strand, die Freiheit spüren, die sie sich nie zugestanden hat. Doch irgendwann ist die Nacht vorbei, und Britt muss sich fragen, wer sie sein will: als Frau, als Partnerin, als Mutter.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.01.2025
Für Rezensentin Nadine Brügger gleicht dieses Buch einem Kometen, der nur kurz hell brennt, bevor er wieder verlischt: Es geht bei Linn Strømsborg um die Wut der Protagonistin Britt, deren Mutter abgehauen ist, als sie noch ein Kind war, und die das noch immer mit sich rumträgt. Mittlerweile hat sie selbst eine Tochter und die gesellschaftlich vorgesehene Mutterrolle macht sie wahnsinnig, was den Roman für Brügger leicht zugänglich macht - aber eben auch wenig innovativ. Im Vergleich mit anderen Roman, die "dicht gewoben wie Perserteppiche" sind, ist Strømsborgs Buch eher ein erzählerischer Fleckenteppich für sie, dazu trägt auch die oftmals unpassende Übersetzung, moniert die Kritikerin. Ein Zeitgeist-Roman, dem sie keine längere Geltung zuschreibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2024
Linn Stromsborgs Protagonistin hat genug: Nachdem die 43-jährige Britt ihr Leben lang alles runtergeschluckt hat, bringt ein Streit das Fass zum Überlaufen und sie schreit ihre Wut raus, erklärt Rezensentin Anna-Louisa Schönfeld. Der Roman der norwegischen Autorin schildert, wie es dazu kommt: wie Britts Mutter die Familie verlässt, wie sich Britt später größtenteils allein um die Tochter Elise kümmert, wie sie immerfort das Gefühl hat, dass ihr Mann Espen sie betrügt. Stromsborg trifft Schönfeld zufolge den richtigen Ton, wenn es darum geht, zu zeigen, wie viel Druck auf Frauen lastet und "was passiert, wenn man immer alles herunterschluckt" - so empfiehlt die Kritikerin den Roman gerade Männern, die diese Erfahrung nicht so sehr gemacht haben.