Deutschland steht im Vergleich mit vielen anderen europäischen Staaten gut da. Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum sind zufriedenstellend, Arbeitslosenquote und Verschuldung halten sich im Rahmen. Kein Anlass zur Sorge also? Keineswegs, sagt Peer Steinbrück. Wohlstand und Stabilität sind gefährdet, wenn wir aus Ruhebedürfnis weiterhin alle heiklen Themen verdrängen. Wir sind selbstzufrieden geworden und merken nicht, dass unsere Lebens- und Arbeitsverhältnisse sich radikal verändert haben. Deutschland braucht dringend einen neuen Generationenvertrag und neue Spielregeln für das Internet-Zeitalter. Der Wandel darf nicht anonymen Marktkräften und einem enthemmten Finanzsektor überlassen bleiben. Steinbrück entwirft eine gesellschaftspolitische Agenda jenseits parteipolitischer Barrieren. Und er fragt, ob die Große Koalition ihrem Anspruch gerecht wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.06.2015
Karl-Rudolf Korte kann seine Sympathie für Peer Steinbrück und seine Reformvorschläge für ein sozialdemokratisches Deutschland nicht verhehlen. Wenn der Autor in seinem Buch zunächst die 51 Wochen Wahlkampf gegen Merkel Revue passieren lässt und seine Wunden leckt, den medialen Exzess und das Kandidaten-Bashing dokumentiert und seine Niederlage eingesteht, möchte Korte ihm auf die Schulter klopfen, schon weil er die eigenen Fehler analytisch klar herausarbeitet. Dass Steinbrück dann zu einem Wahlkampfprogramm 2017 ausholt, findet Korte toll, weil es ein Programm für die arbeitende Mitte ist, wie er meint. Umso bedauerlicher scheint ihm allerdings Steinbrücks Stil: trocken, nicht mitreißend.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2015
Lesenswert findet Franziska Augstein Peer Steinbrücks ausdrücklich selbst geschriebenes Buch. Auch wenn der Autor ihr in seinem verzweifelten Versuch, seine Position zum SPD-Wahlprogramm zu erklären, alles andere als professionell und konsistent erscheint, scheint sie für Steinbrücks Eiertanz doch etwas übrig zu haben, vielleicht Sympathie für einen, der sich "unwohl fühlt, sich selbst untreu gewesen zu sein". Davon abgesehen hat der Autor Augstein allerhand über große Politik zu berichten, was die Rezensentin mit Interesse hört. Etwa über die Globalisierung, die Finanzkrise oder über geopolitische Fragen, Russland zum Beispiel. Da bekommt Augstein nicht nur Bedenkenswertes zu lesen, sondern auch in einer Form, die selbst Trockenes amüsant und mit Verve zu fassen weiß, wie sie versichert.
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