Martin Kornmeier, Stefan Müller

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Irrungen und Wirrungen der Standort-Diskussion
Cover: Internationale Wettbewerbsfähigkeit
Franz Vahlen Verlag, München 2000
ISBN 9783800625703
Broschiert, 300 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

Ist die Deutschland-AG zukunftsfähig? Jahrzehntelang wurde kaum ein Begriff derart strapaziert und mißbräuchlich interpretiert wie der der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Zu den ?Irrungen und Wirrungen? der Standort-Diskussion zählt dabei die zwanghafte Fixierung auf die Kosten der Produktion, während z.B. durch Over-engineering, veraltete Produktions- und Distributionsprozesse oder ungenügendes Qualitäts- und Personalmanagement Produktivitätsreserven von 30-50% brach lagen. Die Autoren beleuchten die zahlreichen Facetten ?Internationaler Wettbewerbsfähigkeit?. Dabei reicht das Spektrum von den verschiedenen volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen theoretischen Konzepten über die zahlreichen Meßmodelle bis hin zu den zentralen empirischen Befunden bezüglich der Wettbewerbsfähigkeit von Nationen, Branchen und Regionen. Aufgrund zahlreicher multidisziplinärer Bezüge, etwa zum Marketing oder zur Personalwirtschaft eignet sich das Buch nicht nur für Wissenschaftler sowie Studenten der Volkswirtschaftslehre und der Betriebswirtschaftslehre. Auch Unternehmen, Gewerkschaften und staatliche Institutionen finden hier Anregungen und Argumente für eine konstruktive, zukunftsgerichtete Standort-Diskussion.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2001

Obwohl sich Martin Hahmann mit einem dezidierten Urteil in seiner Rezension zurückhält, so wird doch zwischen den Zeilen eine große Anerkennung für die Untersuchungen der Autoren deutlich. So gefällt ihm anscheinend sehr, dass die Autoren klar machen, wie heikel eine Beurteilung von Standortvorteilen ist, besonders dann, wenn man lediglich die `eindimensionalen Faktoren` wie "Preise, Technologie, Lohnstückkosten und Kapitalkennziffern" zur Grundlage nimmt. Mindestens genauso wichtig sind für Müller und Kornmeier nämlich die sogenannten `weichen Faktoren` wie "Humankapital, das Ausbildungsniveau, die Kultur und die öffentlichen Güter". Außerdem wird, wie Hahmann weiter referiert, häufig außer Acht gelassen, dass es sich bei der sogenannten Standortflucht meist um Versuche der Unternehmen handelt, in anderen Ländern Zugang zu Märkten zu gewinnen. Ein weiterer Aspekt, den Hahmann an der Studie besonders wichtig zu finden scheint, ist die Beschäftigung der Autoren mit dem Thema Objektivität. So hätten sie anhand von Argumenten eines "Gewerkschaftlers, eines Volkswirts und eines Unternehmensvertreters" deutlich gemacht, wie sehr die Debatte um den Standort sich "abseits jeglichen rationalen Diskurses" bewegt. Im Übrigen liege ein Großteil der Schuld bei den deutschen Standortschwierigkeiten bei den Unternehmen: Es mangele oft an `menschlichen Qualitäten (...): Kreativität, Optimismus, Zukunftsorientierung, Mut` - eine Forderung, der sich der Rezensent offenbar anschließen kann.

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