Mit Zeichnungen. Krokodilopolis, die Stadt der heiligen Krokodile im Nil-Delta, ist nur einer der magischen Orte, die der vagabundierende Künstler Shimon ben S. auf seinen denkwürdigen Reisen durch den Nahen Osten des 2. Jahrhunderts nach unserer Zeit besucht. Als jüdischer Münchhausen, Narr und Schelm tischt er uns eine so unglaubliche wie hochunterhaltsame Geschichte auf. Früh zog es Shimon ben S. hin zur Malerei und fort aus Anus Mundi, seinem judäischen Heimatdorf. Als der durchreisende, weltmännisch auftretende Kaufmann Joseph aus Alexandria ihn warnt, sein Talent nicht zu vergeuden, fällt die Entscheidung: Auf seiner klugen Eselin Deborah reitet Shimon hinaus in die Welt und hinein in eine dionysische Existenz voll kurioser und frivoler Abenteuer. Shimon versteht sich auf die Frauen wie auf die Kunst, auf den Wein wie auf die Philosophie. Während er sein Geld mit Totenbildnissen für die Ägypter verdient, leuchtet sein Leben vor Aberwitz und Ungestüm.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.06.2020
Rezensentin Simone Dattenberger lässt sich gerne vom Romandebüt des in Moskau geborenen und in Berlin lebenden Malers und Zeichners Pavel Feinstein entführen. Shimon, erst Ziegenhirte und dann Künstler, begibt sich im Römischen Reich des zweiten Jahrhunderts auf eine wilde Reise durch verschiedene Glaubensgebiete und Berufe. Dabei werde viel gearbeitet und viel gefeiert, so Dattenberger, was zum einen für eine sehr vergnügliche Lektüre voller "Witz und Erotik" sorge. Zum anderen sieht sie in der Geschichte, in der Shimon mit Menschen verschiedener Religionen reist und arbeitet, aber auch utopisches Potenzial. So freut sie sich über diese Mischung aus "dezenter Frivolität" und der "Utopie eines fast friedvollen Lebens".
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