Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.06.2002
Sehr detailliert und augenscheinlich recht fachkundig geht Jochen Luhmann auf einen Konflikt ein, der schon lange schwelt, aber bald zum Ausbruch kommen könnte: Es geht um die Rechte der Wassernutzung des Nils, im besonderen um die Ägyptens und Äthiopiens. In diesem Streit sei Äthiopien Ägypten weit unterlegen. Und zwar einmal, weil es über weniger militärische Ressourcen verfüge, und zum anderen, weil Ägypten schon lange das Nil-Wasser zur eigenen Versorgung nutze und den Äthiopiern daher in Planungen, Verträgen und Umsetzungen weit überlegen sei. Deren schwache Position stelle der äthiopische Geograf Tesfaye Tafesse deutlich hervor, wenngleich, findet Luhmann, auch etwas einseitig. Aber nachdem der Rezensent sein Wissen über die vergangene, aktuelle und künftige Situation eingebracht hat, kommt er zu dem Schluss, dass das Konfliktpotential eher noch größer ist als von Tafesse geschildert. Das Buch, lobt Luhmann dann aber doch noch, erklärt einem "breiteren Publikum" einen Ausschnitt dieses Problems.
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